
GEORG WEDEKIND
Abb.: Österreichische Nationalbibliothek
Der 1761 geborene Mediziner Georg Wedekind zählte zu den profiliertesten Akteuren der Mainzer Republik. Kurz nach dem Einmarsch der französischen Revolutionsarmee in der Stadt beteiligte er sich an der Gründung des Mainzer Jakobinerklubs, dessen Präsidentschaft er wenige Wochen später übernahm. In dieser Funktion sprach er sich entschieden für Freiheit und Gleichheit aus und versuchte die Mainzer Bevölkerung davon zu überzeugen, dass die Demokratie die beste Regierungsform sei. Zudem übernahm er die Redaktion des Mainzer „Patrioten”. Im Februar 1793 wurde er als einer von 128 Abgeordneten in den Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent gewählt. Kurz vor der Belagerung der Stadt durch preußische Truppen im April 1793, die schließlich das Ende der kurzlebigen Mainzer Republik einleitete, gelang Wedekind die Flucht nach Straßburg. Von dort aus engagierte er sich als Redakteur des „Straßburger Kuriers” und als Mitherausgeber der „Rheinischen Zeitung” aber weiterhin für die Ideen der Revolution. Nach der Rückeroberung von Mainz durch französische Truppen konnte er 1798 nach Deutschland zurückkehren. Enttäuscht von den Entwicklungen des nachrevolutionären Frankreichs zog sich Wedekind aber zunehmend aus dem politischen Leben zurück und trat schließlich nicht mehr öffentlich in Erscheinung.
Georg Wedekind wird am 8. Januar als Sohn eines Universitätsprofessors in Göttingen geboren.
Beginn eines Studiums der Medizin an den Universitäten von Göttingen und Erlangen.
Promotion zum Doktor der Medizin und Niederlassung als Arzt-
Wedekind wird Leibarzt des Kurfürsten von Mainz, zudem wird er an der Universität Mainz zum außerordentlichen Professor ernannt.
Entlassung als kurfürstlicher Leibarzt.
Wedekind ist Mitbegründer des Mainzer Jakobinerklubs, dessen Präsidentschaft er später übernimmt.
Wahl in den Rheinisch-Deutschen-Nationalkonvent und Übernahme der Redaktion des „Patrioten”. Kurz vor der Belagerung Mainz durch preußische Truppen gelingt Wedekind die Flucht nach Straßburg.
Wedekind wird Redakteur des „Straßburger Kuriers”.
Wedekind wird Mitherausgeber der „Rheinischen Zeitung”.
Nach der Rückeroberung Mainz durch französische Truppen kehrt Wedekind nach Deutschland zurück und wird Professor an der neu gegründeten Mainzer Zentralschule.
Wedekind wird Leibarzt des Großherzogs von Hessen-Darmstadt.
Tod am 28. Oktober im Alter von 70 Jahren.
Georg Christian Gottlieb Theophil Wedekind wurde am 8. Januar 1761 in Göttingen als Sohn eines außerordentlichen Professors für Philosophie und Direktors des Göttinger Stadtgymnasiums Rudolf Wedekind und Sophia Magdalena Morriens, der einzigen Tochter des Göttinger Bürgermeisters Georg Friedrich Morrien, geboren. Seinen eigenen Lebenszeugnissen zufolge wuchs Georg Wedekind zusammen mit seiner Schwester Sophie Dorothea Margarete in einem gleichzeitig von Aufklärungsgeist und tiefer Religiosität geprägtem Elternhaus auf. Nach seiner Gymnasialzeit in Göttingen begann er an der vom rationalistischen Einfluss Englands geprägten medizinischen Fakultät der Georg-August-Universität als Sechzehnjähriger mit dem Studium der Medizin, verbrachte einige Semester an der ebenfalls als progressiv-aufgeklärt geltenden Erlanger Universität und wurde 1780 mit einer Arbeit über die Abkürzung des Fiebers durch schweißtreibende Mittel zum Doktor der Medizin promoviert. Im gleichen Jahr ließ er sich in Uslar/Göttingen nieder, wo er die aus einem ähnlichen Milieu wie er selbst stammende Tochter des Hamelner Bürgermeisters und königlich-kurfürstlichen Oberkommissars Wilhelmine Moller heiratete. Den erhaltenen Briefen an seine Verlobte zufolge war dort seine Tätigkeit als Arzt von großer Begeisterung und unermüdlichem Einsatz für seine Patienten geprägt, zu denen sich ein gewisser Idealismus gesellte. Mit Hilfe der Landpriester gedachte Wedekind, in seinem Wirkungskreis eine Medizin der Aufklärung zu etablieren. In die enthusiastischen Töne mischte sich jedoch auch Widerwillen gegenüber den gesellschaftlichen Pflichten eines Arztes und den Vergnügungen und Eitelkeiten der Honoratioren von Uslar. Schon vor seiner Heirat hatte sich Wedekind anderweitig um eine Stelle bemüht, die er 1781 mittels Protektion eines Freundes der Familie in Diepholz erhielt. Sowohl beruflich als auch gesellschaftlich und privat zeichneten sich die vier Jahre, die Wedekind hier verbrachte, durch Erfolg und Glück aus. Besonders sein persönliches Engagement für seine Patienten sowie Maßnahmen wie die Gründung einer Arzneikasse für Arme beförderten sein Renommee. Seine auf der Basis von Krankengeschichten erstellten Schriften lassen erkennen, dass Wedekind gezielt versuchte, die Volksgesundheit mittels einer auch für den Laien verständlichen Aufklärung zu fördern. In seinem unmittelbaren Wirkungskreis forcierte Wedekind nicht zuletzt die teilweise noch umstrittene Pockenimpfung (M. Weber (1988), 17-22, 26, 31, 34, 39, 47-50).
Da Wedekind jedoch nicht für den Rest seines Lebens in Diepholz bleiben wollte, wurde ihm von einem Freund der Familie, Christoph Ludwig Hoffmann, 1785 eine Stelle als Physikus in Mühlheim verschafft. Schon vor Antritt der Stelle kam es zu Irritationen mit den Honoratioren der Stadt, da Wedekind sich wie schon in Uslar über die für ihn unverständlichen, als unangenehm und überflüssig empfundenen gesellschaftlichen Spielregeln hinwegsetzte. Durch den Kontakt der Familie mit dem Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi und dem preußischen Gesandten Christian Wilhelm Dohm wurde Wedekind zur Auseinandersetzung mit protestantischen Aufklärungstheologen, mit deistischen Lehren beziehungsweise mit der Idee einer natürlichen Religion angeregt. Im Oktober 1786 wurde er Mitglied der Kölner Freimaurerloge Maximilian zu den drei Lilien, und zwar mit dem Ziel, durch die Kommunikation mit „aufgeklärte(n) und verständige (n) Menschen“ ein „Schutz- und Trutzbündnis“ zu schließen und unabhängig von Religion und Kirche humanitäre Ideale verwirklichen zu helfen (Selbstzeugnisse Wedekinds, zitiert bei M. Weber (1988), 49/50, 53/54, 65, 66).
1786 wurde Wedekind das Angebot unterbreitet, als Leibarzt des Mainzer Kurfürsten und Vizedirektor des geplanten Collegium medicum das Medizinwesen zu reformieren. Der Aufbau dieses Collegiums stand im Zusammenhang mit den Plänen des Kurfürsten, aus Mainz ein Zentrum der katholischen Aufklärung zu machen. Zu diesem Zweck hatte er bereits unter anderen den Historiker Johannes von Müller und den Naturforscher Georg Forster an die Universität geholt. Wedekind zögerte zunächst, die Stelle anzunehmen, da er selbst und einige seiner Freunde Zweifel an seiner Eignung für das Hofleben hatten. Schon bei den Verhandlungen um die Stellung Wedekinds in Mainz kam es zu Problemen, so dass er im Sommer 1787 eine Stelle nun nicht als Vizedirektor des Collegium medicum, sondern zunächst nur als kurfürstlicher Leibarzt, ab Oktober 1787 dann auch als außerordentlicher Professor der Medizin an der Mainzer Universität antrat. 1787/88 wurde Wedekind Mitglied der Mainzer Lesegesellschaft. Er verkehrte in den Kreisen des aufgeklärten Mainzer Bürgertums und Adels und hatte Kontakte zum Dalbergschen Amtskellner Adam Umpfenbach sowie den späteren Mainzer Jakobinern Anton Joseph Dorsch, Rudolf Eickemeyer, Georg Forster, Mathias Metternich, aber auch zum als fortschrittlich geltenden designierten Nachfolger des Kurfürsten, dem Koadjutor Karl Theodor von Dalberg. Wedekinds Renommee als praktizierender Arzt – unter anderem im Bereich der medizinischen Versorgung der Unterschichten – wuchs. Seine praktische Tätigkeit stand wie schon in Uslar und Diepholz im Dienst der Realisierung einer Medizin der Aufklärung, das heißt, einer staatlich gelenkten Gesundheitspflege und -vorsorge, der Reorganisation des Gesundheitswesens sowie gezielter Unterweisung der Patienten durch die praktizierenden Ärzte zu einer Verbesserung der Volksgesundheit und -moral. Wedekind engagierte sich sein Leben lang für eine Präventivmedizin, die seine Patienten zur Erhaltung ihrer Gesundheit anleiten sollte. Seine wissenschaftlichen Kompetenzen stellte er in zahlreichen einschlägigen Publikationen unter Beweis; bei seinen Studenten war der brillante und modern denkende Didaktiker Wedekind äußerst beliebt. Doch schon 1788 kam die Karriere des 26 Jahre alten Wedekinds ins Stocken. Zwischen 1788 und 1790 wurde Wedekind Opfer von Kollegenneid und Hofkabalen, was ihn seine Stellung als Leibarzt kosten sollte (M. Weber (1988), 79-111, 124-156, 285-416).
Trotz des Verlustes seiner Stelle blieb Wedekind bis zum Herbst 1792 in Mainz. Kurz nach der Einnahme von Speyer und Worms durch die französische Revolutionsarmee wurde der französische General Adam-Philippe de Custine am 18. Oktober 1792 von Wedekind über den schlechten Zustand der Festung Mainz in Kenntnis gesetzt – Landesverrat, Hochverrat aus Sicht des Mainzer Kurfürsten. Kurze Zeit zuvor hatte Wedekind den für den Zustand der Mainzer Festungen zuständigen Ingenieurmajor und Professor der Mathematik Rudolf Eickemeyer für die französische Seite gewonnen. Nach der Einnahme von Mainz durch die französischen Truppen unter Custine am 21. Oktober 1792 wurde Wedekind zu einem der wesentlichen Mitbegründer der Mainzer Republik und des Mainzer Jakobinerklubs, dem er als Präsident vorstand. Wedekind beantragte noch im Oktober beim französischen Nationalkonvent das französische Bürgerrecht und schickte dem Kurfürsten seine Ernennungsurkunde zum Leibarzt zurück. Durch seine Mitgliedschaft in zahlreichen Ausschüssen des Klubs, seine Reden und Flugschriften für Freiheit und Gleichheit und seine Entwürfe für eine neue Gesellschaftsordnung stieg er zu einem der profiliertesten Mainzer Jakobiner auf. Am 17. März 1793 war er unter den Abgeordneten des Rheinisch-Deutschen-Nationalkonvents, die acht Tage darauf die Reunionsadresse unterzeichneten, das heißt, die Mainzer Republik der französischen Republik eingliedern wollten. Kurz vor der Rückeroberung von Mainz durch die preußisch-österreichischen Truppen floh Wedekind – ohne seine Familie – zusammen mit Joseph Anton Dorsch aus Mainz nach Landau. Damit gab er seine gesicherte bürgerliche Existenz zugunsten eines unsicheren Lebens als Revolutionär und Armeearzt auf und ließ aus der Perspektive der Mainzer Klubbisten seine Gesinnungsgenossen schmählich im Stich. Von Landau ging Wedekind nach Straßburg, wo er am 4. April 1793 Mitglied des dortigen Klubs der Konstitutionsfreunde wurde, und hielt sich immer wieder auch in Paris auf, wo er weiterhin enge Kontakte zu Georg Forster, aber auch zu Adam Lux pflegte. Aus der angestrebten Karriere im revolutionären Frankreich wurde zunächst jedoch nichts. Letztendlich wurde Wedekind zum vierten Militärarzt an einem der wichtigsten französischen Militärspitäler, nämlich dem von Straßburg, ernannt. Von dort aus bemühte er sich um die Freilassung seiner Familie sowie der Mainzer Klubbisten (M. Weber (1988), 130-133, 157, 199).
Die Erfahrung der Hinrichtung seines Mainzer Weggefährten Lux in der Zeit der Terreur führten bei Wedekind nicht zu einer generellen Distanzierung vom Jakobinismus, sondern lediglich zu einer Ablehnung des organisierten Jakobinertums als Staat im Staate. Jakobinische Ideale und Prinzipien, wie beispielweise die Tugendhaftigkeit der Bürgerinnen und Bürger, strikte Gesetzestreue oder die Akzeptanz eines Martyriums für Freiheit, Gleichheit und Demokratie, wurden von ihm nicht in Frage gestellt. Neben weiteren Schriften, die im März/April beziehungsweise Oktober 1795 und dann auch noch 1796 veröffentlicht wurden, wurde Wedekind nach publizistischen Aktivitäten in Mainz in Straßburg erneut in der periodischen Presse tätig. Im Oktober 1795 redigierte er den Straßburger Kurier, ab dem 21. Januar 1796 gab er die Rheinische Zeitung zusammen mit Friedrich Cotta und Mathias Metternich heraus (M. Weber (1988), 196-201 und Wedekinds Anzeige in der Rheinischen Zeitung, Nr. 12 vom 3. Februar 1796, 54 und Nr. 20 vom 12. Februar 1796, 88). Hier vertrat er weiterhin vehement republikanische und demokratische Ideen und grundlegende Freiheitsrechte.
Durch den Friedensvertrag von Campo Formio vom 17. Oktober 1797 eröffnete sich für Wedekind die Möglichkeit, nach Mainz zurückzukehren. Er wurde für das von Frankreich eroberte Gebiet zwischen Rhein, Mosel und Maas provisorisch zum Militärarzt ernannt und war zwischen 1798 und 1801 als Arzt am Mainzer Johannisspital tätig. Es folgte seine Ernennung zum Professor der Medizin an der Mainzer Zentralschule. In seiner zweiten Mainzer Zeit unterstützte Wedekind den Anschluss des linken Rheinufers an Frankreich. So gehörte er zu den Unterzeichnern der Reunionsadressen von 1798 und 1799. Nach seiner Rückkehr nach Mainz wurde er auch erneut in der politischen Publizistik tätig. Seine Schrift Haß dem Königthume und der Anarchie von 1799 und seine Rede am Fest des vierzehnten Julius unterstreichen, dass Wedekinds Engagement für Aufklärung und die Verbreitung republikanischer Werte nicht erlahmte. Doch der Aufstieg Napoleons, der aus Wedekinds Sicht den Weg in eine Diktatur ebnete, führte dazu, dass er sich von Frankreich abwandte und sich erneut einem Fürsten des Ancien régime andiente. Seine Schrift über die Kuhpockenimpfung widmete er „Seiner königlichen Majestät von Preußen Friedrich Wilhelm dem Dritten zur Bezeugung seiner innigen Verehrung“ und würdigte dort die „Weisheit des großmächtigen Königs bei der Bekämpfung der Kuhpocken“. Seine Kehrtwende scheint in Preußen auf positive Resonanz gestoßen zu sein. Angeblich wurde die Widmung Wedekinds vom preußischen König allergnädigst aufgenommen, und man bot ihm sogar eine Professur an einer der preußischen Hochschule an. Letztendlich aber verblieb Wedekind als Professor an der Mainzer Zentral-, dann Medizinschule und wurde zur Zeit der napoleonischen Kriege auch wieder als Militärarzt tätig (Lachenicht (2004), 491-492).
Doch seine berufliche Situation blieb prekär. Als im Frühjahr 1808 der Großherzog von Hessen-Darmstadt, den Wedekind als Chefarzt des zweiten Reservekorps kennengelernt hatte, schwer erkrankte, konnte Wedekind das Leben Ludwigs I. retten. Daraufhin bot ihm der mit Frankreich verbündete Großherzog als Dank eine Stelle als Leibarzt und den Titel eines Geheimen Rates an, ein Angebot, das Wedekind sofort akzeptierte. Ende Juli/Anfang August 1808 trat er seine Stelle als Leibarzt an, die er bis zu seinem Tod am 28. Oktober 1831 bekleiden sollte. Er hatte seine Obrigkeit in der Tat selbst erwählt. Am 16. Mai 1809 wurde der Gegner des Ancien régime, der antiaristokratisch eingestellte Jakobiner vom Großherzog von Hessen-Darmstadt in den Adelsstand erhoben, ein Akt, den Wedekind in einer Schrift Ueber den Werth des Adels und über die Ansprüche des Zeitgeistes auf Verbesserung des Adelsinstituts (1816) zu rechtfertigen suchte. Auch in Darmstadt hielt Wedekind die Kontakte zu einigen der ehemaligen Mainzer Klubbisten wie Matthias Metternich aufrecht. Zu den Zielen Wedekinds gehörte, über Mitgliedschaften in Freimaurerlogen seine Interessen an der Förderung der Arzneiwissenschaft zu realisieren. 1830, ein Jahr vor seinem Tod, wurde Wedekind dann auch noch zum Geheimen Staatsrat in Hessen-Darmstadt ernannt (Lachenicht (2004), 492).
So wie der Mensch klüger wird, und dass wird er bei zunehmender Bevölkerung, so wie Handel und Wandel allmählich mit seinen Bedürfnissen steigen, so sieht er auch, dass ihm die Kenntnisse […] abgehen. Dieses Gefühl von dem Mangel der Kenntnisse ist seit den letzten Jahren bis zu einem sehr hohen Grad gestiegen, der gemeine Bürger und der Bauer wollen nicht länger von Fürsten, Edelleuten und Beamten betrogen sein; aber sie fühlten auch dass es darum nötig wäre diesen Menschen in die Karten sehen zu können, und dass man sie darin immer hinderte. Das erzeugte eine Regung des Unmutes sowohl von der einen, wie der anderen Seite, und daher kommts, dass es Leute gibt, welche die Aufklärung frei loben, und Leute, welche sie tief verabscheuen. Die Feinde der Aufklärung sind also eigennützige Schurken, Leute, die das Volk in der Dummheit erhalten wollen, damit sie auf ihm ruhig reiten können, wie auf ihren Pferden, die auch keinen Reuter litten, wenn sie aufgeklärt wären. O dass ich dieses doch sagen könnte! Aber nein, die Aufklärung hat auch ihre Feinde unter rechtschaffenen Leuten, die aber noch nicht wissen, was Aufklärung ist, die Zügellosigkeit, Freigeisterei und Aufklärung vermengen. Belehrt Brüder diese Betrogenen, und die Freiheit von Mainz wird unerschütterlich fest stehen!!!
Ein sehr großer Vorteil, den ihr durch die Revolution erhalten könnt, ist der, dass Ihr Euere Gesetze, Landesverordnungen und Auslagen Euch selbst macht, statt dass sie vorher der Fürst machte, der Euer Bestes nicht so gut kannte, wie Ihr selbst. Die Art und Weise, wie sich das Volk selbst Gesetze geben kann, lehrt am besten die französische Konstitution, welche ihr lesen müsst. Diese Art muss gewiss gut sein, wie würden sonst so viele Millionen Menschen aufstehen um für dieselbe Gut und Blut zu lassen. Seht unsere französischen Krieger an, und hört wie diese mutigen Leute mit so großer Begeisterung von ihrer göttlichen Konstitution reden. Dagegen vergleicht mit ihnen die Mainzer, die von den Franken gefangen genommen und nach Frankreich geführt worden sind. Loben diese Leute auch die mainzische Konstitution? O nein, sie verfluchen unsere Regierungsform. O würdet Ihr, meine Brüder, wenn Euch Euer alter Kurfürst nach Frankreich geschickt hätte, auch wohl in Frankreich die mainzische Konstitution loben? Die Franzosen, denen die Verstocktheit so manches Mainzers unbegreiflich ist, nennen Euch wohl manchmal mit bitterem Spott - Sklaven; sagt, würdet Ihr die Franzosen in Frankreich auch Sklaven nennen? Ihr müsst es fühlen, dass der französische Soldat, wenn ihn auch nur Lumpen kleiden, mit Verachtung auf Euch herabblickt. Wie, sollten denn diese Leute nicht glücklicher sein, als wir? Sollten wir nicht aus dem Vergleich der Franzosen mit uns schließen müssen, dass wir ein hohes Gut erlangen, wenn wir ihre Konstitution annehmen?
Die Gleichheit bringt also mit sich, dass der Adel und alle Vorrechte oder Privilegien aufhören, dass alle vernünftigen Menschen gleichen Anteil an der Gesetzgebung haben, welche sie entweder selbst versehen, oder durch ihre Repräsentanten versehen lassen. Allein es gehört nicht mit zur Gleichheit, dass alle Leute gleich viel im Vermögen hätten. Sonst würde ja der Fleiß sich etwas zu erwerben, verscheucht werden, sonst würde man ja dem reichen Vater befehlen müssen, seinen Kindern nicht zu hinterlassen, was er im Vermögen hat; und das wäre ja gegen die Freiheit! - Auch können wir nicht alle gleiche Verrichtungen im Staate vollziehen, welches ohnehin die verschiedenen Geisteskräfte nicht zulassen. Gleichheit ist also das Vermögen, nach Maßgabe unserer natürlichen Anlagen uns möglichst glücklich machen zu können.
Die Wirkung der königlichen, oder der Regentengewalt, war sich überall gleich. Krieg von außen und Erpressung von innen! Welche abscheuliche Auftritte, welche ausgesonnene Unmenschlichkeiten bieten uns die Jahrbücher der Monarchien dar! Wenn man in einem Menschen die tiefste Niederträchtigkeit, die Heuchelei aufs schaudervollste schildern will, so mahle man Regenten, ihre Minister und ihre Höflinge. Und kann es anders sein? Kann etwas anders, als Laster und Elend aus diesem ungeheuren Missverhältnisse folgen? Was ist eine Monarchie? Man mag sie beschönigen, wie man will, man mag das gezähmte Volk noch so lange an diesen verhassten Namen gewöhnen, der wahre Sinn des Worts ist unumschränkte Gewalt eines Einzelnen, der ungerügt ein Dummkopf, Betrüger, Tyrann sein kann.
Die andere Wohltat, welche die demokratische Verfassung dem Volke schenkt, ist die Freiheit. Wie aller andere Segen, womit die Demokratie den Staat beglückt, ist die Freiheit Folge der Souveränität des Volkes: Denn ohne diese sind keine Gesetze möglich, welche als Ausdruck des allgemeinen Willens der Nation betrachtet werden können - und was ist denn die bürgerliche Freiheit sonst, als die Befugnis, alles tun zu dürfen, welches Gesetze, in die ich selbst eingewilligt habe, nicht untersagen? Es darf mir also Niemand etwas zumuten, wozu mich das Gesetz nicht verbindet und so erfreue ich mich der vollkommensten Sicherheit. Dieser Freiheit hoher Wert wird von jedem meiner Mitbürger gefühlt: Jeder von ihnen weiß es, dass er meine Freiheit nicht antasten kann, ohne eben dadurch die seinige auf das Spiel zu setzen, welche, in diesem Falle, eben die Gefahr laufen würde, von einem andern verletzt zu werden. Und wenn ja einer so töricht sein sollte, mir irgendetwas zumuten, oder mich auf irgendeine unerlaubte Art zwingen zu wollen, so kann ich darauf zählen, dass sogar meine Feinde auftreten und meine Freiheit retten werden, weil es die in Gefahr gebrachte Freiheit eines Bürgers betrifft.
Und so könnte ich denn denjenigen, die Mainz eine gemischte Verfassung geben mögen, sagen: „Seht, hier habt ihr vier Schachteln mit Pulver. In dieser Schachtel, mit der Überschrift, Demokratie, ist Gold; in dieser Schachtel hier, mit der Überschrift, Despotie, ist Silber; in der Schachtel da, mit der Überschrift, Monarchie, ist Kupfer, und in der Schachtel dort, mit der Überschrift, Aristokratie, ist Blei. Alle diese Metalle sind fein gepulvert, ihr könnt von jedem nehmen, und nach Belieben mischen; aber es steht euch auch frei, jedes Metall allein zu lassen und euch von den 4 Schachteln eine nach Belieben auszuwählen." - Was würdet Ihr tun? Würdet Ihr die Schachtel mit dem Silber, die mit dem Kupfer, oder die mit dem Blei Euch aussuchen? Oder würdet Ihr mischen und von allem etwas nehmen? O nein, ich kenne den Mainzer zu gut, er würde das Silber, das Kupfer und das Blei stehen lassen, nach dem Golde greifen und ausrufen: Keine Komposition, das Gold will ich allein ohne Zusatz haben!! Ja, liebe Mitbürger, sobald von Sachen die Rede ist, die Ihr begreift, so nehmt Ihr das Beste, und das Beste allein. Ich hoffe, Ihr werdet auch die demokratische Staatsverfassung allein nehmen, wenn Ihr eingesehen habt, dass sie die Beste ist.
Ich habe von der Strenge geredet, womit das Volk auf seine obrigkeitlichen Personen und Beamten sehen muss, habe euch gewarnet nicht mit euerm Lobe gegen sie verschwenderisch zu sein, ja ich habe euch die harte Pflicht ans Herz gelegt, dass ihr nicht einmal eure Beamten Lieben dürft. Wie sehr wurde ich aber diese Äußerungen bereuen, wenn man daraus folgern wollte: Die republikanische Freiheit und Gleichheit würden euch des manchem so lastigen Gehorsams gegen die Befehle der Obrigkeiten überheben, würden jede Ausgelassenheit gegen die selben rechtfertigen. - O nein, meine Mitbürger, nirgend kann die obrigkeitliche Bürde, nirgends der Befehl des Beamten mehr und herzlicher respektiert werden, als in einer auf den Grundsätzen der Freiheit und der Gleichheit gegründeten Republik. So oft der Beamte im Namen des Gesetzes zu euch redet, sind seine Befehle für euch so heilige Antriebe, als die Anregungen eueres eigenen Willens, wenn ihn die Vernunft rechtfertiget. Ihr selbst wart es, die ihr dem Beamten ein gewisses Maas von Macht in die Hände gabt, ihr sagtet zu ihm: „Das und das ist unser Wille und von dir fordern wir seine Vollziehung.“- So streitet ihr also gegen euch selbst, so gebt ihr den lächerlichsten Widerspruch zu erkennen, dass ihr etwas wollt und auch nicht wollt, wenn ihr dem Beamten nicht den allerstrengsten Gehorsam leistet.
Über Aufklärung. Eine Anrede an seine lieben Mainzer gehalten in der Gesellschaft der Volksfreunde zu Mainz am 28. Oktober im ersten Jahre der Freiheit und Gleichheit, Mainz 1792.
Drei Anreden an seine Mitbürger. Gehalten am 27. 28. und 29. Oktober in der Gesellschaft der Volksfreunde zu Mainz, Mainz 1792.
Über Freiheit und Gleichheit. Eine Anrede an seine Mitbürger, gehalten in der Gesellschaft der Volksfreunde zu Mainz am 30ten Oktober im ersten Jahre der Freiheit und Gleichheit, Mainz 1792.
Einige Bemerkungen über die Regenten in einer Anrede an die Mainzer, welche in der Gesellschaft der Volksfreunde zu Mainz am 1. Nov. 1792 gehalten worden, Mainz 1792.
Über die Regierungsverfassungen. Eine Volksrede in der Gesellschaft der Freunde der Freiheit und der Gleichheit gehalten zu Mainz am 5. November im ersten Jahre der Republik, Mainz 1792.
Bemerkungen über die gemischten Regierungsverfassungen. In einer Volksrede, welche in der Gesellschaft der Freunde der Freiheit und der Gleichheit zu Mainz gehalten wurde am 18 November im ersten Jahr der Republik, Mainz 1792.
Die Volksglückseeligkeit bei einer vernünftigen Staatseinrichtung gegründet in der Wahl und in der Behandlung der Stellvertreter und der Volksbeamten, Mainz 1793.
Der Patriot, Mainz 1793.
Straßburger Kurier, Straßburg 1795.
Rheinische Zeitung, Straßburg 1796.
Lachenicht, Susanne: Information und Propaganda. Die Presse deutscher Jakobiner im Elsass (1791–1800), München 2004.
Mathey, Helmut: Georg Wedekind. Die politische Gedankenwelt eines Mainzer Medizinprofessors, in: Geschichtliche Landeskunde 5/1 (1968), S. 177-206.
Weber, Martin: Georg Christian Gottlieb Wedekind 1761–1831.Werdegang und Schicksal eines Arztes im Zeitalter der Aufklärung und der Französischen Revolution (Soemmerring-Forschungen, Bd. 4), Stuttgart 1988.
GEORG WEDEKIND

Abb.: Österreichische Nationalbibliothek
Der 1761 geborene Mediziner Georg Wedekind zählte zu den profiliertesten Akteuren der Mainzer Republik. Kurz nach dem Einmarsch der französischen Revolutionsarmee in der Stadt beteiligte er sich an der Gründung des Mainzer Jakobinerklubs, dessen Präsidentschaft er wenige Wochen später übernahm. In dieser Funktion sprach er sich entschieden für Freiheit und Gleichheit aus und versuchte die Mainzer Bevölkerung davon zu überzeugen, dass die Demokratie die beste Regierungsform sei. Zudem übernahm er die Redaktion des Mainzer „Patrioten”. Im Februar 1793 wurde er als einer von 128 Abgeordneten in den Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent gewählt. Kurz vor der Belagerung der Stadt durch preußische Truppen im April 1793, die schließlich das Ende der kurzlebigen Mainzer Republik einleitete, gelang Wedekind die Flucht nach Straßburg. Von dort aus engagierte er sich als Redakteur des „Straßburger Kuriers” und als Mitherausgeber der „Rheinischen Zeitung” aber weiterhin für die Ideen der Revolution. Nach der Rückeroberung von Mainz durch französische Truppen konnte er 1798 nach Deutschland zurückkehren. Enttäuscht von den Entwicklungen des nachrevolutionären Frankreichs zog sich Wedekind aber zunehmend aus dem politischen Leben zurück und trat schließlich nicht mehr öffentlich in Erscheinung.
Georg Wedekind wird am 8. Januar als Sohn eines Universitätsprofessors in Göttingen geboren.
Beginn eines Studiums der Medizin an den Universitäten von Göttingen und Erlangen.
Promotion zum Doktor der Medizin und Niederlassung als Arzt-
Wedekind wird Leibarzt des Kurfürsten von Mainz, zudem wird er an der Universität Mainz zum außerordentlichen Professor ernannt.
Entlassung als kurfürstlicher Leibarzt.
Wedekind ist Mitbegründer des Mainzer Jakobinerklubs, dessen Präsidentschaft er später übernimmt.
Wahl in den Rheinisch-Deutschen-Nationalkonvent und Übernahme der Redaktion des „Patrioten”. Kurz vor der Belagerung Mainz durch preußische Truppen gelingt Wedekind die Flucht nach Straßburg.
Wedekind wird Redakteur des „Straßburger Kuriers”.
Wedekind wird Mitherausgeber der „Rheinischen Zeitung”.
Nach der Rückeroberung Mainz durch französische Truppen kehrt Wedekind nach Deutschland zurück und wird Professor an der neu gegründeten Mainzer Zentralschule.
Wedekind wird Leibarzt des Großherzogs von Hessen-Darmstadt.
Tod am 28. Oktober im Alter von 70 Jahren.
Georg Christian Gottlieb Theophil Wedekind wurde am 8. Januar 1761 in Göttingen als Sohn eines außerordentlichen Professors für Philosophie und Direktors des Göttinger Stadtgymnasiums Rudolf Wedekind und Sophia Magdalena Morriens, der einzigen Tochter des Göttinger Bürgermeisters Georg Friedrich Morrien, geboren. Seinen eigenen Lebenszeugnissen zufolge wuchs Georg Wedekind zusammen mit seiner Schwester Sophie Dorothea Margarete in einem gleichzeitig von Aufklärungsgeist und tiefer Religiosität geprägtem Elternhaus auf. Nach seiner Gymnasialzeit in Göttingen begann er an der vom rationalistischen Einfluss Englands geprägten medizinischen Fakultät der Georg-August-Universität als Sechzehnjähriger mit dem Studium der Medizin, verbrachte einige Semester an der ebenfalls als progressiv-aufgeklärt geltenden Erlanger Universität und wurde 1780 mit einer Arbeit über die Abkürzung des Fiebers durch schweißtreibende Mittel zum Doktor der Medizin promoviert. Im gleichen Jahr ließ er sich in Uslar/Göttingen nieder, wo er die aus einem ähnlichen Milieu wie er selbst stammende Tochter des Hamelner Bürgermeisters und königlich-kurfürstlichen Oberkommissars Wilhelmine Moller heiratete. Den erhaltenen Briefen an seine Verlobte zufolge war dort seine Tätigkeit als Arzt von großer Begeisterung und unermüdlichem Einsatz für seine Patienten geprägt, zu denen sich ein gewisser Idealismus gesellte. Mit Hilfe der Landpriester gedachte Wedekind, in seinem Wirkungskreis eine Medizin der Aufklärung zu etablieren. In die enthusiastischen Töne mischte sich jedoch auch Widerwillen gegenüber den gesellschaftlichen Pflichten eines Arztes und den Vergnügungen und Eitelkeiten der Honoratioren von Uslar. Schon vor seiner Heirat hatte sich Wedekind anderweitig um eine Stelle bemüht, die er 1781 mittels Protektion eines Freundes der Familie in Diepholz erhielt. Sowohl beruflich als auch gesellschaftlich und privat zeichneten sich die vier Jahre, die Wedekind hier verbrachte, durch Erfolg und Glück aus. Besonders sein persönliches Engagement für seine Patienten sowie Maßnahmen wie die Gründung einer Arzneikasse für Arme beförderten sein Renommee. Seine auf der Basis von Krankengeschichten erstellten Schriften lassen erkennen, dass Wedekind gezielt versuchte, die Volksgesundheit mittels einer auch für den Laien verständlichen Aufklärung zu fördern. In seinem unmittelbaren Wirkungskreis forcierte Wedekind nicht zuletzt die teilweise noch umstrittene Pockenimpfung (M. Weber (1988), 17-22, 26, 31, 34, 39, 47-50).
Da Wedekind jedoch nicht für den Rest seines Lebens in Diepholz bleiben wollte, wurde ihm von einem Freund der Familie, Christoph Ludwig Hoffmann, 1785 eine Stelle als Physikus in Mühlheim verschafft. Schon vor Antritt der Stelle kam es zu Irritationen mit den Honoratioren der Stadt, da Wedekind sich wie schon in Uslar über die für ihn unverständlichen, als unangenehm und überflüssig empfundenen gesellschaftlichen Spielregeln hinwegsetzte. Durch den Kontakt der Familie mit dem Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi und dem preußischen Gesandten Christian Wilhelm Dohm wurde Wedekind zur Auseinandersetzung mit protestantischen Aufklärungstheologen, mit deistischen Lehren beziehungsweise mit der Idee einer natürlichen Religion angeregt. Im Oktober 1786 wurde er Mitglied der Kölner Freimaurerloge Maximilian zu den drei Lilien, und zwar mit dem Ziel, durch die Kommunikation mit „aufgeklärte(n) und verständige (n) Menschen“ ein „Schutz- und Trutzbündnis“ zu schließen und unabhängig von Religion und Kirche humanitäre Ideale verwirklichen zu helfen (Selbstzeugnisse Wedekinds, zitiert bei M. Weber (1988), 49/50, 53/54, 65, 66).
1786 wurde Wedekind das Angebot unterbreitet, als Leibarzt des Mainzer Kurfürsten und Vizedirektor des geplanten Collegium medicum das Medizinwesen zu reformieren. Der Aufbau dieses Collegiums stand im Zusammenhang mit den Plänen des Kurfürsten, aus Mainz ein Zentrum der katholischen Aufklärung zu machen. Zu diesem Zweck hatte er bereits unter anderen den Historiker Johannes von Müller und den Naturforscher Georg Forster an die Universität geholt. Wedekind zögerte zunächst, die Stelle anzunehmen, da er selbst und einige seiner Freunde Zweifel an seiner Eignung für das Hofleben hatten. Schon bei den Verhandlungen um die Stellung Wedekinds in Mainz kam es zu Problemen, so dass er im Sommer 1787 eine Stelle nun nicht als Vizedirektor des Collegium medicum, sondern zunächst nur als kurfürstlicher Leibarzt, ab Oktober 1787 dann auch als außerordentlicher Professor der Medizin an der Mainzer Universität antrat. 1787/88 wurde Wedekind Mitglied der Mainzer Lesegesellschaft. Er verkehrte in den Kreisen des aufgeklärten Mainzer Bürgertums und Adels und hatte Kontakte zum Dalbergschen Amtskellner Adam Umpfenbach sowie den späteren Mainzer Jakobinern Anton Joseph Dorsch, Rudolf Eickemeyer, Georg Forster, Mathias Metternich, aber auch zum als fortschrittlich geltenden designierten Nachfolger des Kurfürsten, dem Koadjutor Karl Theodor von Dalberg. Wedekinds Renommee als praktizierender Arzt – unter anderem im Bereich der medizinischen Versorgung der Unterschichten – wuchs. Seine praktische Tätigkeit stand wie schon in Uslar und Diepholz im Dienst der Realisierung einer Medizin der Aufklärung, das heißt, einer staatlich gelenkten Gesundheitspflege und -vorsorge, der Reorganisation des Gesundheitswesens sowie gezielter Unterweisung der Patienten durch die praktizierenden Ärzte zu einer Verbesserung der Volksgesundheit und -moral. Wedekind engagierte sich sein Leben lang für eine Präventivmedizin, die seine Patienten zur Erhaltung ihrer Gesundheit anleiten sollte. Seine wissenschaftlichen Kompetenzen stellte er in zahlreichen einschlägigen Publikationen unter Beweis; bei seinen Studenten war der brillante und modern denkende Didaktiker Wedekind äußerst beliebt. Doch schon 1788 kam die Karriere des 26 Jahre alten Wedekinds ins Stocken. Zwischen 1788 und 1790 wurde Wedekind Opfer von Kollegenneid und Hofkabalen, was ihn seine Stellung als Leibarzt kosten sollte (M. Weber (1988), 79-111, 124-156, 285-416).
Trotz des Verlustes seiner Stelle blieb Wedekind bis zum Herbst 1792 in Mainz. Kurz nach der Einnahme von Speyer und Worms durch die französische Revolutionsarmee wurde der französische General Adam-Philippe de Custine am 18. Oktober 1792 von Wedekind über den schlechten Zustand der Festung Mainz in Kenntnis gesetzt – Landesverrat, Hochverrat aus Sicht des Mainzer Kurfürsten. Kurze Zeit zuvor hatte Wedekind den für den Zustand der Mainzer Festungen zuständigen Ingenieurmajor und Professor der Mathematik Rudolf Eickemeyer für die französische Seite gewonnen. Nach der Einnahme von Mainz durch die französischen Truppen unter Custine am 21. Oktober 1792 wurde Wedekind zu einem der wesentlichen Mitbegründer der Mainzer Republik und des Mainzer Jakobinerklubs, dem er als Präsident vorstand. Wedekind beantragte noch im Oktober beim französischen Nationalkonvent das französische Bürgerrecht und schickte dem Kurfürsten seine Ernennungsurkunde zum Leibarzt zurück. Durch seine Mitgliedschaft in zahlreichen Ausschüssen des Klubs, seine Reden und Flugschriften für Freiheit und Gleichheit und seine Entwürfe für eine neue Gesellschaftsordnung stieg er zu einem der profiliertesten Mainzer Jakobiner auf. Am 17. März 1793 war er unter den Abgeordneten des Rheinisch-Deutschen-Nationalkonvents, die acht Tage darauf die Reunionsadresse unterzeichneten, das heißt, die Mainzer Republik der französischen Republik eingliedern wollten. Kurz vor der Rückeroberung von Mainz durch die preußisch-österreichischen Truppen floh Wedekind – ohne seine Familie – zusammen mit Joseph Anton Dorsch aus Mainz nach Landau. Damit gab er seine gesicherte bürgerliche Existenz zugunsten eines unsicheren Lebens als Revolutionär und Armeearzt auf und ließ aus der Perspektive der Mainzer Klubbisten seine Gesinnungsgenossen schmählich im Stich. Von Landau ging Wedekind nach Straßburg, wo er am 4. April 1793 Mitglied des dortigen Klubs der Konstitutionsfreunde wurde, und hielt sich immer wieder auch in Paris auf, wo er weiterhin enge Kontakte zu Georg Forster, aber auch zu Adam Lux pflegte. Aus der angestrebten Karriere im revolutionären Frankreich wurde zunächst jedoch nichts. Letztendlich wurde Wedekind zum vierten Militärarzt an einem der wichtigsten französischen Militärspitäler, nämlich dem von Straßburg, ernannt. Von dort aus bemühte er sich um die Freilassung seiner Familie sowie der Mainzer Klubbisten (M. Weber (1988), 130-133, 157, 199).
Die Erfahrung der Hinrichtung seines Mainzer Weggefährten Lux in der Zeit der Terreur führten bei Wedekind nicht zu einer generellen Distanzierung vom Jakobinismus, sondern lediglich zu einer Ablehnung des organisierten Jakobinertums als Staat im Staate. Jakobinische Ideale und Prinzipien, wie beispielweise die Tugendhaftigkeit der Bürgerinnen und Bürger, strikte Gesetzestreue oder die Akzeptanz eines Martyriums für Freiheit, Gleichheit und Demokratie, wurden von ihm nicht in Frage gestellt. Neben weiteren Schriften, die im März/April beziehungsweise Oktober 1795 und dann auch noch 1796 veröffentlicht wurden, wurde Wedekind nach publizistischen Aktivitäten in Mainz in Straßburg erneut in der periodischen Presse tätig. Im Oktober 1795 redigierte er den Straßburger Kurier, ab dem 21. Januar 1796 gab er die Rheinische Zeitung zusammen mit Friedrich Cotta und Mathias Metternich heraus (M. Weber (1988), 196-201 und Wedekinds Anzeige in der Rheinischen Zeitung, Nr. 12 vom 3. Februar 1796, 54 und Nr. 20 vom 12. Februar 1796, 88). Hier vertrat er weiterhin vehement republikanische und demokratische Ideen und grundlegende Freiheitsrechte.
Durch den Friedensvertrag von Campo Formio vom 17. Oktober 1797 eröffnete sich für Wedekind die Möglichkeit, nach Mainz zurückzukehren. Er wurde für das von Frankreich eroberte Gebiet zwischen Rhein, Mosel und Maas provisorisch zum Militärarzt ernannt und war zwischen 1798 und 1801 als Arzt am Mainzer Johannisspital tätig. Es folgte seine Ernennung zum Professor der Medizin an der Mainzer Zentralschule. In seiner zweiten Mainzer Zeit unterstützte Wedekind den Anschluss des linken Rheinufers an Frankreich. So gehörte er zu den Unterzeichnern der Reunionsadressen von 1798 und 1799. Nach seiner Rückkehr nach Mainz wurde er auch erneut in der politischen Publizistik tätig. Seine Schrift Haß dem Königthume und der Anarchie von 1799 und seine Rede am Fest des vierzehnten Julius unterstreichen, dass Wedekinds Engagement für Aufklärung und die Verbreitung republikanischer Werte nicht erlahmte. Doch der Aufstieg Napoleons, der aus Wedekinds Sicht den Weg in eine Diktatur ebnete, führte dazu, dass er sich von Frankreich abwandte und sich erneut einem Fürsten des Ancien régime andiente. Seine Schrift über die Kuhpockenimpfung widmete er „Seiner königlichen Majestät von Preußen Friedrich Wilhelm dem Dritten zur Bezeugung seiner innigen Verehrung“ und würdigte dort die „Weisheit des großmächtigen Königs bei der Bekämpfung der Kuhpocken“. Seine Kehrtwende scheint in Preußen auf positive Resonanz gestoßen zu sein. Angeblich wurde die Widmung Wedekinds vom preußischen König allergnädigst aufgenommen, und man bot ihm sogar eine Professur an einer der preußischen Hochschule an. Letztendlich aber verblieb Wedekind als Professor an der Mainzer Zentral-, dann Medizinschule und wurde zur Zeit der napoleonischen Kriege auch wieder als Militärarzt tätig (Lachenicht (2004), 491-492).
Doch seine berufliche Situation blieb prekär. Als im Frühjahr 1808 der Großherzog von Hessen-Darmstadt, den Wedekind als Chefarzt des zweiten Reservekorps kennengelernt hatte, schwer erkrankte, konnte Wedekind das Leben Ludwigs I. retten. Daraufhin bot ihm der mit Frankreich verbündete Großherzog als Dank eine Stelle als Leibarzt und den Titel eines Geheimen Rates an, ein Angebot, das Wedekind sofort akzeptierte. Ende Juli/Anfang August 1808 trat er seine Stelle als Leibarzt an, die er bis zu seinem Tod am 28. Oktober 1831 bekleiden sollte. Er hatte seine Obrigkeit in der Tat selbst erwählt. Am 16. Mai 1809 wurde der Gegner des Ancien régime, der antiaristokratisch eingestellte Jakobiner vom Großherzog von Hessen-Darmstadt in den Adelsstand erhoben, ein Akt, den Wedekind in einer Schrift Ueber den Werth des Adels und über die Ansprüche des Zeitgeistes auf Verbesserung des Adelsinstituts (1816) zu rechtfertigen suchte. Auch in Darmstadt hielt Wedekind die Kontakte zu einigen der ehemaligen Mainzer Klubbisten wie Matthias Metternich aufrecht. Zu den Zielen Wedekinds gehörte, über Mitgliedschaften in Freimaurerlogen seine Interessen an der Förderung der Arzneiwissenschaft zu realisieren. 1830, ein Jahr vor seinem Tod, wurde Wedekind dann auch noch zum Geheimen Staatsrat in Hessen-Darmstadt ernannt (Lachenicht (2004), 492).
So wie der Mensch klüger wird, und dass wird er bei zunehmender Bevölkerung, so wie Handel und Wandel allmählich mit seinen Bedürfnissen steigen, so sieht er auch, dass ihm die Kenntnisse […] abgehen. Dieses Gefühl von dem Mangel der Kenntnisse ist seit den letzten Jahren bis zu einem sehr hohen Grad gestiegen, der gemeine Bürger und der Bauer wollen nicht länger von Fürsten, Edelleuten und Beamten betrogen sein; aber sie fühlten auch dass es darum nötig wäre diesen Menschen in die Karten sehen zu können, und dass man sie darin immer hinderte. Das erzeugte eine Regung des Unmutes sowohl von der einen, wie der anderen Seite, und daher kommts, dass es Leute gibt, welche die Aufklärung frei loben, und Leute, welche sie tief verabscheuen. Die Feinde der Aufklärung sind also eigennützige Schurken, Leute, die das Volk in der Dummheit erhalten wollen, damit sie auf ihm ruhig reiten können, wie auf ihren Pferden, die auch keinen Reuter litten, wenn sie aufgeklärt wären. O dass ich dieses doch sagen könnte! Aber nein, die Aufklärung hat auch ihre Feinde unter rechtschaffenen Leuten, die aber noch nicht wissen, was Aufklärung ist, die Zügellosigkeit, Freigeisterei und Aufklärung vermengen. Belehrt Brüder diese Betrogenen, und die Freiheit von Mainz wird unerschütterlich fest stehen!!!
Ein sehr großer Vorteil, den ihr durch die Revolution erhalten könnt, ist der, dass Ihr Euere Gesetze, Landesverordnungen und Auslagen Euch selbst macht, statt dass sie vorher der Fürst machte, der Euer Bestes nicht so gut kannte, wie Ihr selbst. Die Art und Weise, wie sich das Volk selbst Gesetze geben kann, lehrt am besten die französische Konstitution, welche ihr lesen müsst. Diese Art muss gewiss gut sein, wie würden sonst so viele Millionen Menschen aufstehen um für dieselbe Gut und Blut zu lassen. Seht unsere französischen Krieger an, und hört wie diese mutigen Leute mit so großer Begeisterung von ihrer göttlichen Konstitution reden. Dagegen vergleicht mit ihnen die Mainzer, die von den Franken gefangen genommen und nach Frankreich geführt worden sind. Loben diese Leute auch die mainzische Konstitution? O nein, sie verfluchen unsere Regierungsform. O würdet Ihr, meine Brüder, wenn Euch Euer alter Kurfürst nach Frankreich geschickt hätte, auch wohl in Frankreich die mainzische Konstitution loben? Die Franzosen, denen die Verstocktheit so manches Mainzers unbegreiflich ist, nennen Euch wohl manchmal mit bitterem Spott - Sklaven; sagt, würdet Ihr die Franzosen in Frankreich auch Sklaven nennen? Ihr müsst es fühlen, dass der französische Soldat, wenn ihn auch nur Lumpen kleiden, mit Verachtung auf Euch herabblickt. Wie, sollten denn diese Leute nicht glücklicher sein, als wir? Sollten wir nicht aus dem Vergleich der Franzosen mit uns schließen müssen, dass wir ein hohes Gut erlangen, wenn wir ihre Konstitution annehmen?
Die Gleichheit bringt also mit sich, dass der Adel und alle Vorrechte oder Privilegien aufhören, dass alle vernünftigen Menschen gleichen Anteil an der Gesetzgebung haben, welche sie entweder selbst versehen, oder durch ihre Repräsentanten versehen lassen. Allein es gehört nicht mit zur Gleichheit, dass alle Leute gleich viel im Vermögen hätten. Sonst würde ja der Fleiß sich etwas zu erwerben, verscheucht werden, sonst würde man ja dem reichen Vater befehlen müssen, seinen Kindern nicht zu hinterlassen, was er im Vermögen hat; und das wäre ja gegen die Freiheit! - Auch können wir nicht alle gleiche Verrichtungen im Staate vollziehen, welches ohnehin die verschiedenen Geisteskräfte nicht zulassen. Gleichheit ist also das Vermögen, nach Maßgabe unserer natürlichen Anlagen uns möglichst glücklich machen zu können.
Die Wirkung der königlichen, oder der Regentengewalt, war sich überall gleich. Krieg von außen und Erpressung von innen! Welche abscheuliche Auftritte, welche ausgesonnene Unmenschlichkeiten bieten uns die Jahrbücher der Monarchien dar! Wenn man in einem Menschen die tiefste Niederträchtigkeit, die Heuchelei aufs schaudervollste schildern will, so mahle man Regenten, ihre Minister und ihre Höflinge. Und kann es anders sein? Kann etwas anders, als Laster und Elend aus diesem ungeheuren Missverhältnisse folgen? Was ist eine Monarchie? Man mag sie beschönigen, wie man will, man mag das gezähmte Volk noch so lange an diesen verhassten Namen gewöhnen, der wahre Sinn des Worts ist unumschränkte Gewalt eines Einzelnen, der ungerügt ein Dummkopf, Betrüger, Tyrann sein kann.
Die andere Wohltat, welche die demokratische Verfassung dem Volke schenkt, ist die Freiheit. Wie aller andere Segen, womit die Demokratie den Staat beglückt, ist die Freiheit Folge der Souveränität des Volkes: Denn ohne diese sind keine Gesetze möglich, welche als Ausdruck des allgemeinen Willens der Nation betrachtet werden können - und was ist denn die bürgerliche Freiheit sonst, als die Befugnis, alles tun zu dürfen, welches Gesetze, in die ich selbst eingewilligt habe, nicht untersagen? Es darf mir also Niemand etwas zumuten, wozu mich das Gesetz nicht verbindet und so erfreue ich mich der vollkommensten Sicherheit. Dieser Freiheit hoher Wert wird von jedem meiner Mitbürger gefühlt: Jeder von ihnen weiß es, dass er meine Freiheit nicht antasten kann, ohne eben dadurch die seinige auf das Spiel zu setzen, welche, in diesem Falle, eben die Gefahr laufen würde, von einem andern verletzt zu werden. Und wenn ja einer so töricht sein sollte, mir irgendetwas zumuten, oder mich auf irgendeine unerlaubte Art zwingen zu wollen, so kann ich darauf zählen, dass sogar meine Feinde auftreten und meine Freiheit retten werden, weil es die in Gefahr gebrachte Freiheit eines Bürgers betrifft.
Und so könnte ich denn denjenigen, die Mainz eine gemischte Verfassung geben mögen, sagen: „Seht, hier habt ihr vier Schachteln mit Pulver. In dieser Schachtel, mit der Überschrift, Demokratie, ist Gold; in dieser Schachtel hier, mit der Überschrift, Despotie, ist Silber; in der Schachtel da, mit der Überschrift, Monarchie, ist Kupfer, und in der Schachtel dort, mit der Überschrift, Aristokratie, ist Blei. Alle diese Metalle sind fein gepulvert, ihr könnt von jedem nehmen, und nach Belieben mischen; aber es steht euch auch frei, jedes Metall allein zu lassen und euch von den 4 Schachteln eine nach Belieben auszuwählen." - Was würdet Ihr tun? Würdet Ihr die Schachtel mit dem Silber, die mit dem Kupfer, oder die mit dem Blei Euch aussuchen? Oder würdet Ihr mischen und von allem etwas nehmen? O nein, ich kenne den Mainzer zu gut, er würde das Silber, das Kupfer und das Blei stehen lassen, nach dem Golde greifen und ausrufen: Keine Komposition, das Gold will ich allein ohne Zusatz haben!! Ja, liebe Mitbürger, sobald von Sachen die Rede ist, die Ihr begreift, so nehmt Ihr das Beste, und das Beste allein. Ich hoffe, Ihr werdet auch die demokratische Staatsverfassung allein nehmen, wenn Ihr eingesehen habt, dass sie die Beste ist.
Ich habe von der Strenge geredet, womit das Volk auf seine obrigkeitlichen Personen und Beamten sehen muss, habe euch gewarnet nicht mit euerm Lobe gegen sie verschwenderisch zu sein, ja ich habe euch die harte Pflicht ans Herz gelegt, dass ihr nicht einmal eure Beamten Lieben dürft. Wie sehr wurde ich aber diese Äußerungen bereuen, wenn man daraus folgern wollte: Die republikanische Freiheit und Gleichheit würden euch des manchem so lastigen Gehorsams gegen die Befehle der Obrigkeiten überheben, würden jede Ausgelassenheit gegen die selben rechtfertigen. - O nein, meine Mitbürger, nirgend kann die obrigkeitliche Bürde, nirgends der Befehl des Beamten mehr und herzlicher respektiert werden, als in einer auf den Grundsätzen der Freiheit und der Gleichheit gegründeten Republik. So oft der Beamte im Namen des Gesetzes zu euch redet, sind seine Befehle für euch so heilige Antriebe, als die Anregungen eueres eigenen Willens, wenn ihn die Vernunft rechtfertiget. Ihr selbst wart es, die ihr dem Beamten ein gewisses Maas von Macht in die Hände gabt, ihr sagtet zu ihm: „Das und das ist unser Wille und von dir fordern wir seine Vollziehung.“- So streitet ihr also gegen euch selbst, so gebt ihr den lächerlichsten Widerspruch zu erkennen, dass ihr etwas wollt und auch nicht wollt, wenn ihr dem Beamten nicht den allerstrengsten Gehorsam leistet.
Über Aufklärung. Eine Anrede an seine lieben Mainzer gehalten in der Gesellschaft der Volksfreunde zu Mainz am 28. Oktober im ersten Jahre der Freiheit und Gleichheit, Mainz 1792.
Drei Anreden an seine Mitbürger. Gehalten am 27. 28. und 29. Oktober in der Gesellschaft der Volksfreunde zu Mainz, Mainz 1792.
Über Freiheit und Gleichheit. Eine Anrede an seine Mitbürger, gehalten in der Gesellschaft der Volksfreunde zu Mainz am 30ten Oktober im ersten Jahre der Freiheit und Gleichheit, Mainz 1792.
Einige Bemerkungen über die Regenten in einer Anrede an die Mainzer, welche in der Gesellschaft der Volksfreunde zu Mainz am 1. Nov. 1792 gehalten worden, Mainz 1792.
Über die Regierungsverfassungen. Eine Volksrede in der Gesellschaft der Freunde der Freiheit und der Gleichheit gehalten zu Mainz am 5. November im ersten Jahre der Republik, Mainz 1792.
Bemerkungen über die gemischten Regierungsverfassungen. In einer Volksrede, welche in der Gesellschaft der Freunde der Freiheit und der Gleichheit zu Mainz gehalten wurde am 18 November im ersten Jahr der Republik, Mainz 1792.
Die Volksglückseeligkeit bei einer vernünftigen Staatseinrichtung gegründet in der Wahl und in der Behandlung der Stellvertreter und der Volksbeamten, Mainz 1793.
Der Patriot, Mainz 1793.
Straßburger Kurier, Straßburg 1795.
Rheinische Zeitung, Straßburg 1796.
Lachenicht, Susanne: Information und Propaganda. Die Presse deutscher Jakobiner im Elsass (1791–1800), München 2004.
Mathey, Helmut: Georg Wedekind. Die politische Gedankenwelt eines Mainzer Medizinprofessors, in: Geschichtliche Landeskunde 5/1 (1968), S. 177-206.
Weber, Martin: Georg Christian Gottlieb Wedekind 1761–1831.Werdegang und Schicksal eines Arztes im Zeitalter der Aufklärung und der Französischen Revolution (Soemmerring-Forschungen, Bd. 4), Stuttgart 1988.
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