Zwischen dem 2. Mai und dem 9. Juni 1849 kämpften Revolutionäre gegen preußische Truppen in der Pfalz und in Baden für den Erhalt der Frankfurter Reichsverfassung. Der Aufstand wurde gewaltsam niedergeschlagen.
Der Bundestag war ein Gesandtenkongress der Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes und gleichzeitig ihr einziges Organ. Er war zwischen 1815 und 1866 (Wiener Kongress bis Auflösung des Deutschen Bundes) in Frankfurt am Main tätig. Seine Beschlüsse waren Bundesrecht - galten also vor dem Landesrecht der Mitgliedsstaaten.
Burschenschaften sind Studentenverbindungen, die in den meisten Universitätsstädten existieren. Um 1848 waren sie treibende Kräfte der Revolution. Viele der Revolutionäre gehörten Burschenschaften an und wurden dort in ihrem politischen Denken geprägt.
Der “Code Civil” ist das von Napoleon 1804 in Frankreich und den französisch besetzten Gebieten Europas eingeführte Gesetzbuch, in denen die Forderungen der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) als einheitliche Rechtsordnung festgeschrieben wurde.
Die deutschkatholische Bewegung war eine politisch-religiöse Bewegung ab den 1840er Jahren. Sie vertrat die Ideale des sozialen Liberalismus und der Aufklärung und setzte sich unter anderem für die Gründung eines gesamtdeutschen Nationalstaates ein.
Der Deutsche Bund war ein loser Staatenbund, in dem die 34 deutschen Einzelstaaten, darunter Preußen und Österreich, zusammengefasst worden waren. Er wurde 1815 durch den Wiener Kongress gegründet, indem sich die Abgeordneten europäischer Staaten nach dem Sieg über Napoleon zu einer Neuordnung Europas und der Wiederherstellung der vornapoleonischen Ordnung (“Restauration”) getroffen hatten. 1866 löste sich der Deutsche Bund nach dem deutsch-deutschen Krieg (Österreich gegen Preußen) auf.
Ab dem 21. Februar 1848 kommt es zu Protesten und Straßenkämpfen in Paris gegen die Herrschaft von König Louis Philippe I. Er war zunächst während der Julirevolution 1830 als “Bürgerkönig” an die Macht gekommen, betrieb aber während seiner Herrschaft reaktionäre Restaurationspolitik, die die alten Verhältnisse von vor der Französischen Revolution von 1789 wiederherstellen wollte. Am 24. Februar 1848 dankt Louis Philippe als Reaktion auf die Aufstände ab und die zweite französische Republik wird ausgerufen.
Inspiriert von dieser Februarrevolution beginnt in den Staaten des Deutschen Bundes die deutsche Märzrevolution.
Vier Verordnungen des französischen Königs Karl X., die unter anderem die Pressefreiheit einschränken und das Parlament auflösen sollten, sind Auslöser für die französische Julirevolution vom 27. bis zum 29. Juli 1830. An die Macht kommt infolge der heftigen Kämpfe in Paris der Bürgerkönig Louis Phillipe, der die liberalen Bewegungen allerdings wieder unterdrückt und sich der Restaurationspolitik anschließt.
Das ikonische Gemälde “Die Freiheit führt das Volk” von Eugène Delacroix mit der Marianne als Freiheitssymbol zeigt die Barrikadenkämpfe dieser Julirevolution.
Eine Fraktion ist der Zusammenschluss von gewählten Mandatsträger:innen innerhalb von Parlamenten und anderen gewählten Vertretungen. Meist bilden eine Fraktion die Mitglieder derselben Partei.
In der Frankfurter Nationalversammlung benannten sich die Fraktionen meist nach den Gasthäusern, in denen sie sich versammelten.
Als Freischaren werden militärische Freiwilligenverbände bezeichnet, die nicht auf Befehl eines Kriegsherrn entstehen, sondern meist von einzelnen Personen oder politischen Gruppierungen ins Leben gerufen werden. Die Mitglieder einer Freischar werden Freischärler genannt.
Der Fünfzigerausschuss war ein Gremium des Vorparlaments, dessen Hauptaufgabe darin bestand, die Wahlen in den Einzelstaaten zu koordinieren und bis zum Zusammentritt der Nationalversammlung den Bundestag des Deutschen Bundes zu beaufsichtigen.
In der Märzrevolution erstreiten sich die Revolutionäre in den deutschen Staaten das Recht zur Einberufung einer Nationalversammlung. Diese wird von allen deutschen, volljährigen Männern gewählt und tagt ab dem 18. Mai 1848 als erstes gesamtdeutsches Parlament in der Frankfurter Paulskirche. Ihr Ziel ist die Entwicklung einer Verfassung für einen deutschen Nationalstaat und die Einführung von Grundrechten. Am 21. Dezember 1848 verabschiedet die Nationalversammlung zum ersten Mal in der deutschen Geschichte Grund- und Menschenrechte. Als die Nationalversammlung dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. das Amt als “Kaiser der Deutschen” gemäß ihrer ausgearbeiteten Verfassung anbietet, lehnt dieser ab. In den einzelnen deutschen Staaten erlangen die alten Kräfte wieder Macht und die Revolutionäre lverlieren an Rückhalt in der Bevölkerung, sodass sich die Nationalversammlung Ende Mai 1849 selbst auflöst. Damit scheitert die Revolution von 1848.
Die Göttinger Sieben sind eine Gruppe von Professoren an der Göttinger Universität. Als König Ernst August I. von Hannover 1837 die liberale Verfassung des Landes aufheben will, protestieren sie dagegen und werden daraufhin entlassen und teilweise des Landes verwiesen. Zu der Gruppe gehören die Gebrüder Grimm.
Das Hambacher Fest Ende Mai 1832 ist die größte politische Massenveranstaltung im Vormärz. Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten wandern gemeinsam in einem Festzug auf das Hambacher Schloss und fordern nationale Einheit und Freiheit. Die bei dem Fest mitgeführten schwarz-rot-goldenen Flaggen entwickelten sich zum Symbol für die geforderte Republik.
Die Jakobiner sind die zentrale politische Gruppierung in der Französischen Revolution von 1789, die für Gleichheit und die Abschaffung der Monarchie eintreten. 1793 übernehmen sie unter Maximilien de Robespierre die Staatsmacht und bauen durch zahllose Verhaftungen und Hinrichtungen politischer Gegner eine Schreckensherrschaft auf, die auch als “la terreur” (also “der Schrecken”) oder “Großer Terror” bekannt ist. Am 27. Juli 1794 endet die Schreckensherrschaft mit Robespierres Hinrichtung.
Als Junker bezeichnete man die meist adligen und wohlhabenden Besitzer großer Landgüter in Ostpreußen. In der preußischen Ständetradition war Junker zunächst ein positiv besetzter Begriff. Aufgrund der zumeist konservativen bis reaktionären Haltung des Junkerstands wurde der Begriff im Lauf des 19. Jahrhunderts von Demokraten und Liberalen zunehmend negativ aufgeladen.
“Junges Deutschland” ist der Name einer literarischen Bewegung junger Dichter im deutschen Vormärz, die als “unmoralische Literatur” von den herrschenden Kräften verfolgt werden. Zu den Mitgliedern der Bewegung zählt unter anderem Heinrich Heine.
Auch in Österreich entsteht eine Bewegung, die von Anastasius Grün, Nikolaus Lenau und anderen geprägt werden.
Ausgelöst durch die Ermordung des reaktionären Schriftstellers August von Kotzebue durch den Burschenschaftler Karl Ludwig Sand am 23. März 1819 erlassen die Vertreter des Deutschen Bundes unter Fürst von Metternich die Karlsbader Beschlüsse. Sie schränken die Meinungs- und Pressefreiheit ein und ermöglichen die Überwachung von Universitäten, eine allgemeine Zensur und den Einsatz von Militär bei politischen Unruhen. Die Beschlüsse bleiben bis zur Revolution 1848 in Kraft.
Die Links- oder Junghegelianer waren der demokratisch-liberal eingestellte Teil der Schüler des unlängst verstorbenen Philosophen Hegel (nach der Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie, 2008).
Die Ministerverantwortlichkeit existiert im juristischen und im politischen Sinne. Ist ein Minister juristisch verantwortlich, bedeutet dies, dass er für seine Handlungen im Amt strafrechtlich verfolgt werden kann. Die Bedeutung der politischen Ministerverantwortlichkeit kennt verschiedene Auslegungen; in parlamentarischen Systemen bedeutet sie zumeist, dass das Parlament Einfluss auf die Arbeit der Minister nehmen und sie im Ernstfall sogar auswechseln kann.
Die Paulskirche in Frankfurt a.M. wurde zwischen 1789 und 1833 gebaut und dient 1848/49 der Frankfurter Nationalversammlung als Versammlungsort. Damit ist sie Ort der ersten gesamtdeutschen Volksvertretung. Nachdem sie 1944 bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, wurde sie in den Nachkriegsjahren als nationales Denkmal wieder aufgebaut und dient heute als Veranstaltungsort. Jährlich wird hier unter anderem der “Friedenspreis des Deutschen Buchhandels” verliehen.
Die zunehmende Massenarmut in der Arbeitsschicht während der Industrialisierung.
Eine gegenrevolutionäre Bewegung, mit der die Zustände von vor der Revolution wiederhergestellt werden sollten.
Bereits wenige Monate nach Einberufung der Nationalversammlung kommt es zu Konflikten zwischen den Fraktionen. Nach der Abstimmung der Versammlung für den Waffenstillstand von Malmö und ein Ende des Krieges mit Dänemark, was viele als eine Missachtung der national-deutschen Forderungen und als Herabwürdigung der Paulskirche sehen, treffen sich die linken Abgeordneten und rund 10.000 Menschen am 17. September 1848 zu einer Volksversammlung auf der Pfingstweide. Nachdem der dort beschlossene Austritt der linken Fraktion aus der Paulskirche wieder zurückgenommen wurde, kommt es zu den Frankfurter Septemberunruhen mit Barrikadenkämpfen zwischen revolutionären Arbeitern und Bauern gegen das Militär. Zwei nationalliberale Abgeordnete werden dabei getötet. Der schnell niedergeschlagene Aufstand führt zu einer langfristigen Spaltung der Paulskirchen-Fraktionen.
Ein Reichsverweser ist der Vertreter des Monarchen bei dessen Abwesenheit oder in der Zeit zwischen dem Tod eines Monarchen und der Thronbesteigung eines Nachfolgers.
1848/49 in der Zeit der Frankfurter Nationalversammlung beschrieb der Titel des Reichsverwesers das provisorische Staatsoberhaupt. Am 29. Juni 1848 wurde Erzherzog Johann von Österreich von der Nationalversammlung zum ersten und einzigen Reichsverweser gewählt.
Die sozialen Missstände in der urbanen und industriellen Gesellschaft, in Deutschland ab Beginn des 19. Jahrhunderts.
Der Begriff geht zurück auf das Werk des britischen Naturforschers Charles Darwin von 1859. Darin beschreibt er die “natürliche Auslese”, bei der sich in der Natur die stärkeren Lebewesen (Tiere und Pflanzen) natürlicherweise gegenüber den schwächeren durchsetzen würden. Der englische Soziologe Herbert Spencer übertrug dieses Prinzip 1864 in seinem Werk “Survivial of the Fittest” (zu deutsch: Überleben des Stärkeren) auf Menschen. Die Idee der “natürlichen Auslese” in menschlichen Gesellschaften diente als moralische Rechtfertigung für Kolonialismus und nationalsozialistische “Rassenhygiene”.
Das Rumpfparlament (6. bis 18. Juni 1849) bestand hauptsächlich aus linken Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits selbst aufgelöst hatte. Die Abgeordneten versuchten bis zu ihrer gewaltsamen Vertreibung, die Arbeit der Nationalversammlung in Stuttgart weiterzuführen. Es war der letzte Rettungsversuch der in der Märzrevolution 1848 aufgebauten parlamentarisch-demokratischen Strukturen in Deutschland.
Das Vorparlament tagt vom 31. März bis zum 3. April 1848 in der Frankfurter Paulskirche und bereitet die Wahl der Frankfurter Nationalversammlung vor.
Als Vormärz wird die Zeit zwischen dem Wiener Kongress und der Gründung des Deutschen Bundes 1815 und der Deutschen Märzrrevolution 1848 bezeichnet. In dieser Zeit herrschte politische Unterdrückung, etwa durch die Kontrolle von Presse und Universitäten; gleichzeitig gab es erste Proteste, Unruhen und Revolten wie das Wartburgfest 1817, das Fest auf dem Hambacher Schloss 1832 und der Weberaufstand 1844. Die Menschen protestieren für einen einheitlichen deutschen Nationalstaat, Freiheit und bessere Lebensumstände.
Der Aufstand im Oktober 1848 gilt als die letzte Erhebung in der österreichischen Revolution. Am 6. Oktober ermordeten Aufständische den österreichischen Kriegsminister Theodor von Latour. Sie übernahmen daraufhin die Macht in der Stadt, bis am 31. Oktober die kaiserlichen Truppen Wien zurück eroberten. In den folgenden Tagen wurden verschiedene Teilnehmer der Revolution hingerichtet, unter anderem Robert Blum.
Als Zentralgewalt bezeichnete man die provisorische Regierung, die von der Frankfurter Nationalversammlung ins Leben gerufen wurde. In der Paulskirche war die Notwendigkeit einer Zentralgewalt deutlich weniger kontrovers als ihre konkrete Ausgestaltung.
Der Zentralmärzverein (auch Centralmärzverein oder CMV) gilt als erste moderne Partei Deutschlands. Er wurde am 21. November 1848 als interfraktioneller Zusammenschluss politischer, inner- und außerparlamentarischer Vereine gegründet.
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