
JOHANN GEORG AUGUST WIRTH
Abb.: Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz
Der Name Johann Georg August Wirth ist untrennbar verbunden mit der größten und wichtigsten oppositionellen politischen Versammlung des Vormärz, dem Hambacher Fest von 1832, an dessen Organisation er maßgeblich beteiligt war, auf dem er eine der Hauptreden hielt und zu dessen nachhaltiger Popularität er mit der Veröffentlichung einer Festdokumentation beitrug. Der in Hof geborene Sohn eines früh verstorbenen Postbeamten studierte Rechtswissenschaften in Erlangen ohne einen für den Eintritt in den Justizstaatsdienst nötigen Abschluss und war in wechselnden Verwaltungs- und Kanzleistellen tätig, bis er 1831 eine publizistische Karriere einschlug. Die von ihm gegründete Zeitung „Deutsche Tribüne“ wurde in der kurzen politischen Tauwetterperiode nach der französischen Julirevolution zu einer der einflussreichsten oppositionellen Publikationen. Nachdem sein Blatt vom Bundestag verboten worden war, wurde Wirth nach dem Hambacher Fest auch persönlich verfolgt: Er kam in Untersuchungshaft, wurde aber in einem deutschlandweit aufsehenerregenden Geschworenenprozess in Landau vom Vorwurf des Hochverrats freigesprochen. Die bayrische Regierung veranlasste nichtsdestotrotz seine Verurteilung in einem Beleidigungsverfahren. Nach Verbüßung einer zweijährigen Haftstrafe setzte sich Wirth nach Frankreich ab und siedelte später in die Schweiz über, wo er seine publizistische Tätigkeit fortsetzte. Er kehrte 1847 nach Deutschland zurück und wurde aufgrund seiner Popularität als oppositioneller Veteran 1848 in die deutsche Nationalversammlung gewählt. Er starb zwei Monate nach deren Eröffnung in Frankfurt.
Geburt in Hof als zweiter Sohn eines Poststallmeisters.
Schulabschluss im damals vom Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel geleiteten Gymnasium in Nürnberg.
Beendigung eines rechtswissenschaftlichen Studiums in Erlangen.
Eintritt in eine Kanzlei in Bayreuth.
Gründung der zunächst in München und später in Homburg erscheinenden Zeitung „Deutsche Tribüne“.
Mitgründer des „Deutschen Vaterlandsvereins zur Unterstützung der freien Presse“ und Mitorganisator des Hambacher Festes.
Freispruch im Landauer Assisenprozess vom Vorwurf des Hochverrats, Verurteilung durch das Zuchtpolizeigericht Zweibrücken zu einer zweijährigen Haftstrafe.
Nach Verbüßung der Haftstrafe Exil in Frankreich und (ab 1839) in der Schweiz.
Erscheinen des ersten Bandes seiner „Geschichte der Deutschen“, mit der Wirth seine politische Publizistik durch historische Studien fundierte.
Rückkehr nach Deutschland und Fortsetzung seiner historischen Arbeiten.
Im Juni in einer Nachwahl in einem thüringischen Wahlkreis Wahl in die deutsche Nationalversammlung. Tod in Frankfurt am 26. Juli 1848.
Das Land, das unsere Sprache spricht, das Land, wo unsere Hoffnung wohnt, wo unsere Liebe schwelgt, wo unsere Freuden blühen, das Land, wo das Geheimnis aller unserer Sympathien und all’ unserer Sehnsucht ruht, dieses schöne Land wird verwüstet und geplündert, zerrissen und entnervt, geknebelt und entehrt. Reich an allen Hilfsquellen der Natur sollte es für alle seine Kinder die Wohnung der Freude und der Zufriedenheit sein, allein ausgesogen von 34 Königen, ist es für die Mehrzahl seiner Bewohner der Aufenthalt des Hungers, des Jammers und des Elendes. Deutschland, das große, reiche, mächtige Deutschland, sollte die erste Stelle einnehmen in der Gesellschaft der europäischen Staaten, allein beraubt durch verräterische Aristokratenfamilien, ist es aus der Liste der europäischen Reiche gestrichen und der Verspottung des Auslandes Preiß gegeben. Berufen von der Natur, um in Europa der Wächter des Lichts, der Freiheit und der völkerrechtlichen Ordnung zu sein, wird die deutsche Kraft gerade umgekehrt zur Unterdrückung der Freiheit aller Völker und zur Gründung eines ewigen Reiches der Finsternis, der Sklaverei und der rohen Gewalt verwendet. Weiterlesen
So ist denn das Elend unseres Vaterlandes zugleich der Fluch für ganz Europa. Spanien, Italien, Ungarn und Polen sind Zeuge davon. Spanien ist durch die heilige Allianz, welche ihre Stütze ausschließend in Deutschland hatte, einer auf Aufklärung, Menschlichkeit und Vernunft gebauten Staatsverfassung, sowie seiner patriotischen Cortes beraubt und unter das Messer fanatischer Priester und Aristokraten, sowie des Regime des Unsinnes und der Grausamkeit überhaupt zurückgeführt worden. Ungarn und Italien werden von Österreich mit Hülfe deutscher Kräfte ihrer Nationalität beraubt und in Knechtschaft und Finsternis gehalten. Polen ist zu wiederholten Malen von deutschen Mächten verraten worden, und hat den Verlust der Freiheit und des Vaterlandes auch in neuerer Zeit einem deutschen Könige zu verdanken. Die Ursache der namenlosen Leiden der europäischen Völker liegt einzig und allein darin, dass die Herzoge von Österreich und die Kurfürsten von Brandenburg den größten Teil von Deutschland an sich gerissen haben, und unter dem Titel der Kaiser von Österreich und der Könige von Preußen nicht nur ihre eigenen, durch methodische Plünderung Deutschlands erworbenen Länder, nach orientalischen Formen beherrschen und deren Kräfte zur Unterdrückung der Freiheit und Volkshoheit der europäischen Nationen verwenden, sondern auch ihr Übergewicht über die kleineren Länder Deutschlands benützen, um auch die Kräfte dieser dem Systeme fürstlicher Alleinherrschaft und despotischer Gewalt dienstbar zu machen. Bei jeder Bewegung eines Volkes, welche die Erringung der Freiheit und einer vernünftigen Staatsverfassung zum Ziele hat, sind die Könige von Preußen und Österreich durch Gleichheit der Zwecke, Gerinnungen und Interessen an Russland geknüpft, und so entsteht jener furchtbare Bund, der die Freiheit der Völker bisher immer noch zu töten vermochte. Die Hauptmacht dieses finstern Bundes besteht immer aus deutschen Kräften, da Russland ohne die Allianz mit Preußen und Österreich ohnmächtig wäre und durch innere Stürme in Zerrüttung fallen würde. So riesenhaft daher die Macht des absoluten Bundes auch sein mag, so ist ihr Ende doch in dem Augenblicke gekommen, wo in Deutschland die Vernunft auch in politischer Beziehung den Sieg erlangt, d. h. in dem Augenblicke, wo die öffentlichen Angelegenheiten nicht mehr nach dem despotischen Willen eines Einzigen, nicht mehr nach den Interessen einer über ganz Europa verzweigten Aristokraten-Familie, sondern nach dem Willen der Gesellschaft selbst und nach den Bedürfnissen des Volkes geleitet werden. In dem Augenblicke, wo die deutsche Volkshoheit in ihr gutes Recht eingesetzt sein wird, in dem Augenblicke ist der innigste Völkerbund geschlossen, denn das Volk liebt, wo die Könige hassen, das Volk verteidigt, wo die Könige verfolgen, das Volk gönnt das, was es selbst mit seinem Herzblut zu erringen trachtet, und, was ihm das Teuerste ist, die Freiheit, Aufklärung, Nationalität und Volkshoheit, auch dem Brudervolke: das deutsche Volk gönnt daher diese hohen, unschätzbaren Güter auch seinen Brüdern in Polen, Ungarn, Italien und Spanien. Wenn also das deutsche Geld und das deutsche Blut nicht mehr den Befehlen der Herzoge von Österreich und der Kurfürsten von Brandenburg, sondern der Verfügung des Volkes unterworfen sind, so wird Polen, Ungarn und Italien frei, weil Russland dann der Ohnmacht verfallen ist und sonst keine Macht mehr besteht, welche zu einem Kreuzzuge gegen die Freiheit der Völker verwendet werden könnte. Der Wiederherstellung des alten, mächtigen Polens, des reichen Ungarns und des blühenden Italiens folgt von selbst die Befreiung Spaniens und Portugals und der Sturz des unnatürlichen englischen Übergewichtes. Europa ist wiedergeboren und auf breiten natürlichen Grundlagen dauerhaft organisiert. Freiheit des Welthandels
ist die köstliche materielle Frucht und unaufhaltsames Fortschreiten der Zivilisation der außer jeder Berechnung liegende geistige Gewinn eines solchen Weltereignisses. Die reichen Länder der europäischen Türkei werden dann nicht länger den Feinden aller Kultur überlassen bleiben, weil die Eifersucht einer schwachköpfigen und engherzigen Politik diese herrlichen Provinzen einem zivilisierten Volke nicht gönnt. Man wird sie vielmehr der Zivilisation wiedergeben, Konstantinopel durch Umschaffung in eine freie Stadt und einen freien Hafen in einen allmächtigen Hebel des europäischen Handels verwandeln, die Hilfsquellen Afrikas für Europa eröffnen, und dann den großen Menschenfreund, den Handel gewähren lassen, dass er seine unendlichen Gaben und unerschöpflichen Schätze über die Völker Europas ausschütte und zugleich alle Nationen zu ewig neuen Fortschritten in der Zivilisation ansporne. Unermesslich sind die Folgen der Befreiung Europas, unermesslich schon in Ansehung der Emporhebung und gleichmäßigen Verbreitung des Wohlstandes und unermesslich vollends in Ansehung der geistigen Fortschritte. Und alle diese unendlichen Triumphe des menschlichen Geschlechts, all’ diese unermesslichen Segnungen sollten den Völkern Europas blos darum vorenthalten werden, damit ein paar unverständige Knaben fortwährend die Königsrolle erben können? Wahrlich, ich sage euch, gibt es irgend Verräter an den Völkern und an dem gesamten Menschengeschlechte, gibt es irgend Hochverräter, so wären es die Könige, welche der Eitelkeit, der Herrschsucht und der Wollust willen die Bevölkerung eines ganzen Weltteils elend machen und dieselbe durch empörende Unterdrückung Jahrhunderte hindurch hindern, zu dem ihr von Natur bestimmten Zustande von materieller Wohlfarth und geistiger Vollendung sich aufzuschwingen. Fluch, ewigen Fluch darum allen solchen Verrätern!
Es ist einleuchtend, dass unter den bemerkten Umständen die Reform Deutschlands, als die Basis der Reorganisation Europas, eine große gemeinschaftliche Angelegenheit aller Völker unseres Weltteils sei. Von ihr hängt die Wohlfarth der großen Mehrheit aller Nationen Europas, von ihr die Ruhe und das Glück des ganzen Weltteils selbst ab. Auch
Frankreich kann vor der Befreiung und Wiedererstehung Deutschlands Freiheit, Glück und Frieden in dauerhafter Weise nie erlangen, weil die unvereinbarlichen Prinzipien von Volkshoheit und dem Königtume des göttlichen Rechts zwischen Frankreich und den deutschen Königen ewige Reibung erzeugen und einen Kampf entzünden müssen, dem nur mit dem entscheidenden Siege des vernünftigen Prinzips, also dem Triumphe der Volkshoheit in Deutschland, definitiv ein Ziel gesetzt werden kann. Wenn demnach die Reform Deutschlands so sehr im Interesse Frankreichs liegt, so scheint es natürlich, dass die deutschen Patrioten in ihrem schweren und ungleichen Kampfe gegen die Verräter ihres Vaterlandes ihre Hoffnung vorzüglich auf Frankreich setzen sollten. Man sollte meinen, unsere französischen Nachbarn müssten dem großen Werk der deutschen Reform wegen der davon abhängenden Reorganisation Europas frei von allem Eigennutze und insbesondere frei von Vergrößerungssucht, aufrichtig und uneigennützig ihre volle Unterstützung widmen. Leider dürfen wir aber dieser Hoffnung uns noch nicht ergeben. […]
Hoffe man daher nichts von einer Unterstützung Frankreichs. Fürchte man solche vielmehr, wenn sie eine Maßregel des Gouvernements werden sollte. Denn in diesem Falle hat eine Bewegung Frankreichs zu Gunsten der deutschen Patrioten einen Krieg gegen Österreich und Preußen zur Folge, in welchem die kleinen deutschen Mächte augenblicklich auf die Seite Frankreichs treten würden, wenn das günstige Kriegsglück gegründete Hoffnung zur Eroberung darbietet. Bayern, das in einem solchen Falle auf die andern kleinen Fürsten einen großen Einfluss erlangt, verwünscht seine Besitzung am Rheine und trachtet sehnsuchtsvoll nach Wiedererlangung von Salzburg, Tirol und dem Innviertel. Sachsen ist über die Grausamkeit, mit der man das Land zerrissen und verkauft hat, immer noch erbittert, und wird jede Gelegenheit seiner Wiedervereinigung mit Eifer ergreifen. Sobald daher in einem Kriege gegen Österreich und Preußen für Frankreich nur irgend eine Wahrscheinlichkeit des Sieges vorhanden ist, treten Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden u. s. w. der Vergrößerungssucht wegen auf die Seite Frankreichs, und es wiederholt sich die alte Geschichte des Rheinbundes. Dann ist aber nicht blos Deutschland unglücklicher als je, sondern auch das große Werk der europäischen Reorganisation auf lange Zeit wieder hinausgeschoben. Aus allen diesen Gründen dürfen denn die deutschen Patrioten auf die Hilfe Frankreichs nicht allein keine Hoffnung setzen, sondern sie müssen auch die Pläne Frankreichs aufmerksam beobachten, vor allem aber in ihr politisches Glaubensbekenntnis den Satz aufnehmen:
„Selbst die Freiheit darf auf Kosten der Integrität unseres Gebietes nicht erkauft werden; der Kampf um unser Vaterland und unsere Freiheit muss ohne fremde Einmischung durch unsere eigene Kraft von innen heraus geführt werden, und die Patrioten müssen
in dem Augenblicke, wo fremde Einmischung statt findet, die Opposition gegen die inneren Verräter suspendieren und das Gesamtvolk gegen den äußern Feind zu den Waffen rufen.”
Diejenigen, welche ihre Hoffnung lediglich auf die Hülfe Frankreichs setzen, werden bei solchen Grundsätzen an jedem Erfolge der deutschen Opposition zweifeln. Desungeachtet wird das große Werk auch auf diesem, unsere Nationalehre rettenden Wege zu Stande kommen. Das Mittel liegt in einem Bündnisse der Patrioten zum Zwecke der Belehrung des gesamten deutschen Volkes über die Art und Weise der notwendigen Reform Deutschlands. Der Vaterlandsverein war bei seiner Gründung für diesen Zweck bestimmt. Wie aber derselbe inzwischen sich gestaltet hat, kann er den großen Zweck der Wiedergeburt des Vaterlandes nicht mehr erreichen, weil die Mitglieder desselben, und namentlich die Vorsteher den Zweck einer klar erkannten, bis in die Details genau bestimmten und konsequent zu verfolgenden Reform Deutschlands entschieden ableugnen und dem Vereine dafür den vagen und unbestimmten Zweck unterschieben, für die freieste Entwicklung patriotischer Gedanken über die Mittel zur Förderung des Wohls der deutschen Völker, die Unterstützung der ganzen Nation in Anspruch zu nehmen. Der Verein kann in einer solchen Weise zwar auch nützlich sein, allein den Zweck der deutschen Reform vermag er nie zu erreichen. Die Sehnsucht nach einem bessern politischen Zustande ist nämlich bei uns fast überall laut geworden. Allein gerade über die Hauptsache, d. h. worin das Bessere bestehe, darüber ist noch Niemand einig, nicht einmal die Häupter der Opposition. So lange ein solcher Zustand besteht, ist die Opposition selbst planlos, und muss notwendig zur Verwirrung Anlass geben. Aus diesen Gründen sind alle gegenwärtigen Bestrebungen und Aufopferungen der Opposition wirkungslos, und werden es so lange sein, bis deren Häupter über die Art und Weise der notwendigen Reform Deutschlands bis in die Details sich verständiget haben, und nun nach einem festen Plane und unter sicherer Leitung gemeinsam dahin wirken, für diese Reform die öffentliche Meinung aller deutschen Volksstämme zu gewinnen. So lange dies nicht geschieht, fehlt es der Opposition an einem Anhaltspunkte; man streitet sich planlos herum, erbittert und entzweiet, und reißt ein, ohne zu wissen, was an die Stelle des Alten treten soll. Plan- und zwecklos, ist eine solche Opposition unfähig, die Ereignisse zu leiten, wird vielmehr völlig von den Umständen beherrscht, und kann leicht das Schicksal erfahren, gerade das befördert zu haben, was sie vermeiden und abstellen will, nämlich die Zerstückelung und dadurch das Unglück Deutschlands. Wenn dagegen die reinsten, fähigsten und mutigsten Patrioten über die zweckmäßigste Reform unseres Landes sich verständiget und zugleich sich verbunden haben, um durch eigene Journale die öffentliche Meinung des Gesamtvolkes für diese Reform zu gewinnen, wenn auch nur 20 an Geist, Feuereifer und Charakter ausgezeichnete Männer einen solchen Bund geschlossen und nun dem guten Volke die unabweisliche Notwendigkeit seiner politischen Veredlung, sowie das dringende Bedürfnis der durchgreifenden Reform des Vaterlandes täglich mit Flammenzügen in das Herz schreiben, wenn solche Männer den Nationalstolz, das Gefühl der Bürgerwürde und die Flamme der Freiheitsliebe durch die Gluth begeisternder Rede in allen deutschen Gauen erwecken, wenn nur 20 solcher Männer, zu einem geregelten Zusammenwirken verbunden und von einem Manne ihres Vertrauens geleitet, der Nation das schöne Schauspiel eines gottbegeisterten Kampfes für das Vaterland, für unser angebetetes, dreimal herrliches Deutschland täglich vor Augen stellen, wenn sie in ihrer Sendung nie müde werden, nie erzittern, nie erbleichen, wenn sie alle Verfolgungen von Seite der Vaterlandsverräter mit Freudigkeit ertragen, wenn sie der Gewalt kein haarbreit weichen und lieber 1000mal sich zermalmen lassen, als von ihrem heiligen Kampfe abzustehen, wenn endlich die guten Bürger in den lichtern Gegenden unseres Landes das Wirken solcher Männer durch Verbreitung deren Schriften öffentlich oder im Stillen unterstützen; ja fürwahr, dann wird, dann muss das große Werk gelingen, die verräterische Gewalt wird vor der Weihe der Vaterlandsliebe und der Allmacht der öffentlichen Meinung in den Staub sinken, Deutschland wird die Freiheit und den Frieden sehen, es wird zur herrlichsten Macht und Größe emporblühen. Niemand kann hieran zweifeln, der die Macht der Presse kennt, und der erwägt welche ungeheure Wirkung dieselbe schon binnen wenigen Monaten her vorzubringen im Stande war.
Darum deutsche Patrioten wollen wir die Männer wählen, die durch Geist, Feuereifer und Charakter berufen sind, das große Werk der deutschen Reform zu beginnen und zu leiten; wir werden sie leicht finden und dann auch durch unsere Bitten bewegen, den heiligen Bund sofort zu schließen und ihre bedeutungsvolle Wirksamkeit sofort zu eröffnen. Dieser schöne Bund möge dann das Schicksal unseres Volkes leiten; er möge unter dem Schirme der Gesetze den Kampf für unsere höchsten Güter beginnen, er möge unser Volk erwecken, um von innen heraus, ohne äußere Einmischung, die Kraft zu Deutschlands Wiedergeburt zu erzeugen; er möge auch zu gleicher Zeit mit den reinen Patrioten der Nachbarländer sich verständigen, und wenn ihm Garantien für die Integrität unseres Gebietes gegeben sind, dann möge er immerhin auch die brüderliche Vereinigung suchen, mit den Patrioten aller Nationen, die für Freiheit, Volkshoheit und Völkerglück das Leben einzusetzen entschlossen sind. Hoch! dreimal hoch leben die vereinigten Freistaaten Deutschlands! Hoch! dreimal hoch das konföderierte republikanische Europa!
§. 3.
Mehr noch, als nach Freiheit und nach materieller Wohlfart der einzelnen Provinzen, verlangen indessen die entschiedenen Patrioten Deutschlands nach der politischen Einheit ihres Vaterlandes. Und in der Tat mit Recht: denn dieselbe ist eben das einzige Mittel zur Freiheit und Wohlfarth der einzelnen Provinzen; ohne sie gibt es keine Bürgschaft für das Bestehen und Gedeihen der wahren Freiheit, ohne sie keine Aussicht zu dauerhafter Organisation des Weltteils und kein Heil für Europa! Die Feinde der Freiheit und des deutschen Volkes werfen den entschiedenen Patrioten vor, dass sie mit der „Einheit Deutschlands“ selbst keinen klaren Begriff verbänden und dass eine solche Organisation des Landes auch ein Hirngespinst sei. Weiterlesen
Wir bitten diese Herren, durch die nachfolgende Entwickelung der Dinge sich von dem Gegenteile zu überzeugen. — Nicht in einem gewalttätigen Zentralisieren, also nicht darin, dass man alle deutschen Provinzen, ohne Berücksichtigung deren partikulären Interessen, willkürlich unter den Zepter einer und derselben Regierung beugt, soll die politische Einheit Deutschlands bestehen, sondern vielmehr darin, dass die sämtlichen deutschen Stämme, vorbehaltlich der souveränen Verwaltung ihrer partikulären Angelegenheiten, durch ein natürliches unauflösbares Band verbunden werden, um für die Freiheit, Integrität und Selbstständigkeit jeder einzelnen Provinz gegen die übrigen, und für die Freiheit, Integrität und Souveränität des gesamten Vaterlandes gegen Außen eine unerschütterliche Garantie zu erlangen. Ein solches unauflösbares Band liegt aber nicht in leeren Staatsverträgen, diktiert von den Interessen fürstlicher Familien, sondern in der Macht der Sympathie durch Verkettung der Interessen der Volksstämme. Die Natur hat schon ein inniges Band für die deutschen Stämme geschaffen, das starke Band der Sprache; die Geschichte hat dasselbe verstärkt durch einen Namen aller einzelnen Stämme und die Erinnerung an die großen Taten der Vorfahren; die Wissenschaft hat dieses Band endlich geweiht und veredelt durch die herrlichen Blüten der Literatur, die vermöge der gemeinschaftlichen Sprache zum Gemeingute aller Stämme erhoben ist und die Herzen aller mit gleichem Stolze erfüllt. Allein stärker noch, als die Bande der gemeinschaftlichen Sprache, des Namens und der Literatur, ist das Bindungsmittel der Interessen. So sehr auch jene Bande zur unauflöslichen Vereinigung der verschiedenen Volksstämme drängen, so werden sie doch ohnmächtig, sobald die geistigen oder materiellen Interessen der einzelnen Länder mit einander in Zwiespalt gesetzt werden. Im Zustande der Freiheit wäre ein solcher Zwiespalt freilich unmöglich, weil sowohl die geistigen, als die materiellen Interessen aller deutschen Volksstämme teils durch die geographische Lage deren Länder, teils durch das gemeinschaftliche Band der Sprache, des Namens und der Literatur auf das innigste verkettet sind. Ein Widerstreit wäre in dieser Beziehung blos dann möglich, wenn die Regierungsgewalten einzelner Brüderstämme ihre Interessen von jenen ihres Volkes trennen, und einem solchen unnatürlichen und dem Gesamtvolke verderblichen Systeme durch gewaltsame Unterdrückung des öffentlichen Volkslebens die Herrschaft erringen würden. Nun können andere Stämme durch unerträgliche Misshandlung ihrer Interessen, wozu auch die geistigen, namentlich jene der Freiheit zu zählen sind, das Band und die Stimme der Natur allerdings völlig vergessen und die Vereinigung mit einem fremden Volke wünschen, wenn ihre geistige oder materielle Lage dadurch verbessert wird. Sobald nun vollends das Regierungssystem derjenigen Länder, wodurch die Interessen aller Brüderstämme und sohin des gesamten Vaterlandes verletzt werden, in der öffentlichen Meinung jener Länder keine kraftvolle Opposition, oder wohl gar Unterstützung findet, dann trifft das gesamte Land noch der Fluch der innern Zwietracht. Denn zwischen den unverständigen Anhängern eines antinationalen Systems und den treuen Freunden des Gesamt=Vaterlandes kann niemals Friede bestehen. Wer wüsste nicht, dass unser teueres Vaterland in diese schreckliche Lage gebracht worden ist? wer wüsste nicht, dass es durch die Politik der Kabinette zu Wien und Berlin in diesen entsetzlichen Abgrund gestürzt wurde, jener nichtswürdigen Politik, welche, durch verwüstende Zolllinien und empörende Unterdrückung des öffentlichen Lebens, den Handel und die Freiheit vernichtet und insbesondere die höchsten Interessen der süddeutschen Volksstämme bis zum Tode verwundet? Durch diese treulose und verräterische Politik sind die schönsten Provinzen Deutschlands in die verzweiflungsvolle Lage geworfen worden, bei äußern politischen Stürmen zwischen der Nationalität und ihren Interessen wählen zu müssen, und da das Band der Interessen nach der sinnlichen Natur der Menschen stärker ist, als jenes der Nationalität, so ist die Kraft Deutschlands gegen Außen gebrochen und die Integrität des Landes bei jedem Sturme der größten Gefahr ausgesetzt. Diese Gefahr kann nur durch die Versöhnung der Interessen entfernt werden. Ist der Widerstreit der letztern gehoben, so tritt der natürliche Drang zur Nationalität von selbst wieder in seine Rechte ein und ist alsdann mächtig genug, die Würde der Nation und die Integrität des Gebietes gegen jeden äußern Feind aufrecht zu erhalten. Da nun, wie oben bemerkt wurde, die Interessen aller deutschen Volksstämme vermöge der Ordnung der Natur notwendig gleich sind und nur durch eigennützige oder ehr geizige Zwecke fürstlicher Familien in Zwiespalt gesetzt werden können; so beruht die politische Einheit Deutschlands darin, dass in allen öffentlichen Angelegenheiten, welche nicht bloß ein einzelnes deutsches Land betreffen, sondern auch die Interessen der übrigen Brüderstämme berühren, den fürstlichen Familien die unumschränkte Diktatur entzogen und die Leitung jener gemeinsamen Angelegenheiten, sowohl nach Innen als nach Außen, den Organen der öffentlichen Meinung aller Brüderstämme naturgemäß übertragen werde. So weit dagegen die öffentlichen Angelegenheiten jeder selbstständigen Provinz nur partikulär sind, bleiben sie der souveränen Leitung der letztern selbst über lassen, so dass die Provinzial=Autoritäten in allen Anordnungen und Verfügungen, welche weder die Selbstständigkeit einer andern Provinz, noch irgend eine der gemeinsamen Interessen aller Stämme verletzen, souveräne Gewalt besitzen. Hierin besteht die Selbstständigkeit der einzelnen Provinzen. Die gemeinsamen Angelegenheiten aller Stämme bestehen dagegen darin: 1) Aufrechthaltung der Integrität und verfassungsmäßigen Selbstständigkeit jeder einzelnen Provinz oder Stammes gegen Eingriffe Anderer; 2) Schutz der partikulären Rechte und Institutionen jeder selbstständigen Provinz gegen verfassungswidrige Gewalt im Innern; 3) vollständige Freiheit des Handels und Verkehrs im ganzen Umfange des deutschen Reichs; 4) Gleichheit der Retorsions-Maßregeln und Repressalien gegen die Störung des freien Handels und Verkehrs von Seiten fremder Völker; 5) Freiheit des Umzugs-, Ansässigmachungs= und Wohnrechts in allen Stämmen und Provinzen des deutschen Reichs; 6) vollständige Freiheit der Presse im gesamten deutschen Reiche; 7) Freiheit der Volksversammlungen und öffentlichen Beratungen in allen deutschen Ländern; 8) gleich mäßiger und zureichender Schutz der Person und des Eigentums für alle Deutschen an jedem ihnen beliebigen Aufenthaltsorte innerhalb der Grenzen des Reichs; 9) gleichmäßige Institutionen zur Sicherstellung des Gastrechts gegen Ausländer im ganzen Umfange des deutschen Reiches und sodann 10) Einheit der Politik nach Außen zur Aufrechthaltung der Würde und Interessen der deutschen Nation, so wie der Integrität deren Gebiets, dann zur Herstellung und Aufrechthaltung einer natürlichen und dauerhaften Organisation Europas, zur Herstellung und Bewachung des europäischen Friedens und der europäischen Völkerfreiheit, so wie endlich zur Auswirkung und Bewahrung der Freiheit des Welthandels. Die Souveränität der Provinzen oder Stämme des deutschen Reichs ist daher nur in so weit limitiert, 1) dass gegen Außen die Repräsentation des deutschen Reiches an die Stelle jener der einzelnen deutschen Länder tritt, überhaupt die auswärtige Verbindung letzterer cessirt und die Politik nach dem Bedürfnisse und Interesse der gesamten Nation, unter dem Einflusse der öffentlichen Meinung, von Einem gemeinschaftlichen Organe geleitet wird; 2) dass das Gastrecht gegen Fremde, die Sicherheit der Person und des Eigentums aller Deutschen, die Freiheit der Volksversammlungen, der Presse, des Umzugs-, Ansässigmachungs und Wohnrechts, so wie nicht minder des Handels und Verkehrs und endlich alle besondern verfassungsmäßigen Rechte und Institutionen aller Deutschen unter den Schutz der Zentralgewalt gestellt sind, dass die Provinzial=Autoritäten in allen diesen Beziehungen an die von der gemeinschaftlichen Nationallegislatur erlassenen Gesetze gebunden sind, keine dieselben verletzenden Verfügungen rechtsgültig erlassen können und bei Beschwerden über Verletzung dieser Gesetze oder der besondern Institutionen der Provinzen der Entscheidung dieser Legislatur unterworfen sind, und 3) dass bei Streitigkeiten der verschiedenen Provinzen und Stämme gegeneinander die Selbsthülfe oder Kriegserklärung untersagt ist und die betreffenden Stämme bei der gemeinschaftlichen Nationallegislatur Recht zu nehmen, verpflichtet sind.
Zur Leitung der gemeinsamen Angelegenheiten aller deutschen Stämme sind zwei Organe nötig: 1) ein gesetzgebender Körper und 2) eine vollziehende Autorität. Nach dem Prinzipe der wahren Freiheit müssen beide von einander getrennt sein, so wie die gesetzgebende Gewalt einzig und allein in den Händen einer völlig frei gewählten Volkskammer liegen muss. Die Unverträglichkeit von Privilegien und Standesvorzügen mit dem Prinzipe der Freiheit schließt bei der Repräsentation die Abtheilung der Nation in Stände, insbesondere des Adels, der Geistlichkeit, der Städte u. s. w. aus. Deshalb muss die gesetzgebende Nationalkammer der Deutschen, ohne Berücksichtigung eines Stände=Unterschieds, in der Art frei gewählt werden, dass die Zahl der Deputierten nach der Familienzahl des gesamten Reiches bemessen wird, und dass eine bestimmte Anzahl von Familien je einen Deputierten zu stellen hat, welchen sie aus irgend einer Provinz oder Stamm des Reichs beliebig auswählen kann. Bei dieser Wahl soll jeder volljährige und der väterlichen Gewalt entlassene Deutsche, der unter die selbstständigen Staatsbürger sich hat einzeichnen lassen, sowohl das aktive als das passive Wahlrecht besitzen. — Die vollziehende Autorität ist die Nationalregierung, die aus Ministern und einem Präsidenten besteht, von der gesetzgebenden Kammer ernannt wird und derselben verantwortlich ist. Die gesetzgebende und vollziehende Gewalt der vereinigten deutschen Stämme darf aber nicht blos auf dem Papiere leben, sondern sie müssen auch eine imposante materielle Macht besitzen, um bei ihren Beschlüssen der pünktlichsten Vollziehung gewiss zu sein. Darum muss die sämtliche Militärmacht der deutschen Stämme, bestehend aus den Nationalgarden und Musterregimentern aller Provinzen, der alleinigen, unumschränkten Verfügung der gesetzgebenden Kammer und in deren Namen der Nationalregierung unterworfen sein. Besondere, dem Befehle der gemeinsamen National=Autoritäten nicht unterworfene, Provinzialtruppen können nicht unterhalten werden. Dagegen können die Provinzial=Regierungen die Nationalgarden jederzeit zur Vollziehung aller jener Anordnungen und Befehle requirieren, welche ihre Kompetenz nicht überschreiten und mit den Beschlüssen oder Verfügungen der gesetzgebenden Kammer oder gemeinschaftlichen Reichsregierung nicht im Widerspruche stehen. Solchen Requisitionen sind auch die Nationalgarden, ohne zur Prüfung der Kompetenzmäßigkeit ermächtiget zu sein, in so lange stets zum pünktlichen Gehorsam verpflichtet, als sie von Oben keine Gegenbefehle erhalten oder in dem Verlangen der requirierenden Behörde nicht offenbare Verbrechen liegen.
Dies waren in der alten Welt bisher die Resultate aller Versuche zur Gründung der Republik d. h. des Reiches der Vernunft, der Gerechtigkeit, der Humanität, der Freiheit und der Glückseligkeit Aller. Die Versuche der neuen Welt bewährten sich zwar bis jetzt vollkommen, allein man hält die Freistaaten Nordamerikas noch für zu jung, um für die Güte und Haltbarkeit des republikanischen Prinzips etwas beweisen zu können. Und da demnach die Republik die ganze lange Erfahrung der alten und neuen Geschichte wider sich und noch keine hinlänglich bejahrte neuere Erfahrung für sich zu haben schien so verschwand der Glaube an die Möglichkeit, Nützlichkeit und Notwendigkeit der Freistaaten in ganz Europa. Insonderheit waren es die sogenannten Gebildeten des Volkes, welche seit dem Ausarten der französischen Demokratie an dem Segen unbeschränkter Freiheit und Volkshoheit völlig verzweifelten. Überall, all ‘überall eiferten nun diejenigen, welche Anfangs die wärmsten Verteidiger der Freiheit waren, mit Leidenschaft für aristokratische Institutionen, gemischt mit trügerischen Garantien für Volksrechte — also für einen Zustand der Halbheit, und, vernünftig betrachtet, immer des Widersinnes. So verfuhren die berühmtesten und höchstgepriesenen Freunde und Sänger der Freiheit; in England Burke, in Deutschland Klopstock, Göthe, Wieland und, im Widerspruche mit seiner bessern Natur und seinen eigenen Sentenzen, sogar Schiller. Weiterlesen
Nur der erleuchtete, menschenfreundliche und himmelanstrebende Herder, und der Zenit des Geisterreichs, Jean Paul Friedrich Richter, hielten sich auch hier freier und edler. Ersterer lehrte kühn, dass „Freiheit" und „Gleichheit" den jetzigen Geschlechtern noch unentbehrlicher sei als der vorigen Generation, dass sie jedoch solche weise gebrauchen und nicht unverständig missbrauchen sollten; und Richter belebte das ermattete Herz der Menschen mit seinem unerschütterlichen Glauben an die Nützlichkeit und Notwendigkeit der Republik und mit seiner gemütlichen Schilderung des der Menschheit bevorstehenden goldnen Zeitalters. Beide verklärte Seher ließen sich auch nicht durch die Vogelscheuche der Anarchie und der Revolution einschüchtern. Mit hoher Begeisterung sang vielmehr Herder: „Goldne Kette der Bildung, die du die Erde umschlingst, und durch alle Individuen bis zum Thron der Vorsehung reichst, seitdem ich dich ersah und in deinen schönsten Gliedern verfolgte, ist mir die Geschichte nicht mehr, was sie mir schien, ein Gräuel der Verwüstung auf einer heiligen Erde. Nur unter Stürmen konnte die edle Pflanze der Humanität erwachsen, nur durch Entgegenstreben gegen falsche Anmaßungen musste die süße Mühe der Menschen Siegerin werden; ja oft schien sie unter ihrer reinen Arbeit gar zu erliegen. Aber sie erlag nicht. Das Samenkorn aus der Asche des Guten ging in der Zukunft desto schöner hervor, und mit Blut befeuchtet stieg es meistens zur unverwelklichen Krone. Das Maschinenwerk der Revolutionen irrt mich also nicht mehr: es ist unserm Geschlecht so nötig, wie dem Strom seine Wogen, damit er nicht ein stehender Sumpf werde. Immer verjüngt in seinen Gestalten blüht, der Genius der Humanität auf und ziehet palingenetisch in Völkern, Generationen und Geschlechtern weiter.“ Trotz dieser tiefen überzeugenden Gründe folgten indessen die ängstlichen Gemüter, die schwächern oder irre geleiteten Geister oder solche, die sich keine Mühe geben wollen, der Sache auf den Grund zu schauen, dennoch der entgegengesetzten Lehre und verwickelten sich dadurch tief in die Netze des Vorurteils. Zugleich benützte die aristokratische Selbstsucht das Ausarten der französischen Volksherrschaft, um der Wirkung falsche Ursachen unterzuschieben, die Völker zu verwirren und zu verblenden, und dadurch der heillosen Verleumdung Glauben zu verschaffen, dass jeder Freistaat von Anarchie, Plünderung, Mord, Raub und Brand unzertrennlich sei. Jean Paul Friedrich Richter setzte sich zwar einer solchen perfiden Taktik kraftvoll entgegen, indem er humoristisch lehrte: „Es ist ein alter Ministerkunstgriff oder Fehlgriff, das Geschrei, das Blut, die Wehen bei einer politischen Geburt für die sichersten Zeichen auszugeben, was nun vollends von dem Wechselkinde zu erwarten sei, wenn es aufgeschossen herumgehe — als ob bei dem Kaiserschnitt nicht eben so viele harte Bewegungen vorfielen, welche doch in die friedlichen der Wiege übergehen." — Allein ungeachtet dieser großen Wahrheiten war der in Rede stehende grobe Betrug aristokratischer Selbstsucht bei leicht gläubigen Thoren doch nicht ohne nachtheilige Wirkung für die Sache der Vernunft, und so hat sich denn in den Köpfen vieler, ja vielleicht der meisten sogenannten gebildeten Menschen die Meinung festgesetzt, dass der Freistaat der Sache der Zivilisation nicht förderlich, oder dass solcher wenigstens nicht haltbar sei. Dazu kam aber bald das noch größere und schädlichere Vorurteil, dass der Kulturgang der Völker überhaupt ein in sich abgeschlossener Kreis-lauf sei von Rohheit zur Bildung, von Kultur wieder zur Barbarei, und von dieser wieder zurück zu jener u. s. w.; dass also, vermöge eines unabänderlichen Naturgesetzes, jedes Volk, jeder Staat, jedes Staatensystem nur bis zu einer gewissen Höhe von Kultur und Zivilisation gelangen, dann aber wieder in rohere Zustände zurückfallen oder ganz untergehen müsse. „Was ist“ sagt Johann von Müller, „ermüdender, niederschlagender, als das Schauspiel der Menschenwelt! Zwischen zwei undurchdringlichen Finsternissen ein halb verlornes, arbeitsvolles, oder ödes, „schnell vorüber fliegendes Leben, wenig lohnend, selten befriedigend, oft von trügerischer, kalter, harter Tyrannei hohngeneckt, und, wenn es recht wohltätig war, ohne andere Aussicht, als auf irgend eine nahe revolutionäre Zerstörung des edelsten Wirkens — das ist der mühseligen Sterblichen Loos! Jedes Land, Volk, Staatensystem hat seine Zeit von Glanz und Glück, jeder Flor, jede Macht und Ordnung der Dinge ihre unabwendbare letzte Stunde, als dann, alsdann schlägt diese, wenn ein vom hohen Vaterlandsgefühl durch Eigennutz zur Selbstvergessenheit versunkenes, sich selbst überlebendes Volk die Fackel eigenen Lichts in der trägen, entnervten Hand nicht mehr empor zu halten vermag!"
Welche Lehre soll nun aber der unbefangene nur nach dem Guten, nach der Wahrheit und nach der Wohlfahrt der Völker strebende Menschenfreund heut zu Tage aus diesem Chaos der Meinungen und Warnungs=Exempeln der Geschichte für sich entnehmen? Soll er und mit ihm die Völker an der Verwirklichung der Ideale der Menschenbrust verzweifeln, sollen sie den Glauben an die Möglichkeit und praktische Anwendbarkeit einer blühenden glücklichen unvergänglichen Volksfreiheit — Republik — endlich aufgeben? Sollen sie allen Versuchen zur Ausführung solcher Zustände mit schwerem Herzen für immer Abschied sagen? Wäre es wirklich so, dass der Kulturgang der Völker nur ein in sich abgeschlossener Kreislauf sei von Rohheit zur Bildung, von Kultur wieder zur Barbarei und von dieser wieder zurück zu jener?
Nimmermehr! Nimmermehr!
Welch' trostloser nicht zu fassender Gedanke, dass ein absolut=begrenzter Kulminationspunkt der Bildung ewiges Naturgesetz für die Kulturgeschichte aller Länder sei!
Welch' furchtbarer, erschütternder Gedanke, dass alle die bewunderungswürdigen Schöpfungen der Kunst und der Wissenschaften nur dazu da seien, um wieder, so der Zufall sie nicht rettet, in Nacht und Graus zu vermodern, dass die gequälte, gehetzte Menschheit mit Schweiß und Blut nur darum zu einem Gipfel emporglimme, um wie der hinabgestürzt zu werden! Welch' verzweiflungsvoller, zerschmetternder Gedanke endlich, dass das ganze menschliche Leben — — zwecklos sei!
Nein, solcher Glaube ist zu entsetzlich, um Wahrheit haben zu können. Er ist ein Irrtum, er muss Irrtum sein! Wäre freilich die Meinung richtig, dass ein organisch in sich vollendeter, ewig blühender, unzerstörbarer Freistaat und ein Freistaaten-Bund der Weltteile unmöglich sei, dann hätte der vernichtende Gedanke eines ewigen Kreislaufes des Kulturganges freilich Realität, weil die Verwirklichung der höhern Zwecke des menschlichen Lebens durch eine solche Organisation der Völker und Weltteile schlechthin bedingt ist. Doch sie hat eben so wenig Wahrheit, diese Meinung, sie ist ebenfalls grobe Täuschung.
Dafür bürgt uns zuvörderst ein tiefes heiliges Gefühl unseres innersten Gemütes. Solche Gefühle sind in der Kulturgeschichte der Menschheit die Vorläufer der Ideen, und bis diese in voller Klarheit und überzeugender Kraft gefunden sind, der Schutzgeist der Menschen gegen die Verirrungen ihres Verstandes. Was auch noch großes und wohltätiges für das menschliche Geschlecht entdeckt, erfunden oder geschaffen wurde, fand seinen ersten Ursprung immer in einem Gefühl von besonderer Tiefe und Intensivität, das von irgend einem Mangel oder unvollkommnen und widerlichen Verhältnisse empfindlich angeregt, und zur Sehnsucht nach dem bessern, edlern und nützlichern Zustande heftig hingerissen wird. Sträuben sich insbesondere solche Gefühle gegen gewisse Verstandes=Abstraktionen und Lehrsätze, die man dem Menschen als vorgebliche Resultate der Erfahrung aufdringen will, mit besonderer Hartnäckigkeit, schaudern sie vor den logischen Folgen solcher Lehrsätze zurück, so kann man mit Bestimmtheit darauf rechnen, dass letztere falsch sind und dass man bei steigender Kultur später auch den Grund einsehen werde, warum sie falsch sind. Nun wirkt aber auf die tiefsten heiligsten Gefühle der bessern Menschen nichts krampfhafter und vernichtender als die Lehre, dass ein vernünftig organisierter Freistaat nicht möglich oder nicht von Dauer sein könne.
Sei man daher versichert, dass eine solche Lehre die gröbste Täuschung sei, sei man gewiss, dass man bei ernstlicher Forschung auch auf dem Wege der Ideen zu derselben Überzeugung gelangen werde. Noch liegt auf dieser Lebensfrage jeder höhern Kultur viel Nacht und Nebel, allein ernstliche männliche Forschung verscheucht die Nebel und findet das erleuchtende Sonnenauge der Wahrheit. „Der blinde Orion", sagt Jean Paul Richter, „wird nach „dem Ausspruche des Orakels sehend, geht er nur unaufhörlich der Sonne entgegen. Suchet nur ewig die Sonne und ihr findet das Auge ihr Forscher." Und deine Sonne, geblendetes Menschengeschlecht, sind die tiefen Gefühle und die verklärten Ideale deiner selig bewegten Brust! Die Stimme deines Innern, gedrückter Mensch, die dich vorwärts treibt zur Gründung des Reiches der ungetrübten Freiheit, die Sehnsucht nach Zuständen, deren Gedanke schon deine Seele mit überirdischem Entzücken erfüllt, die Verklärung, welche das Streben nach diesen Zuständen über dein Gemüt ergießt, sind die Sonne des Orion. Folge diesen bedeutungsvollen Trieben; sie täuschen nie, sie sind der edlere Theil deines Selbst, — nur dein gröberer Theil will dich von deinen wohlgegründeten gerechten Idealen zurückhalten. Mag die Geschichte dir immerhin tausend und abermals tausend Fehlschlage vor Augen stellen; sie beweisen nur Irrtümer deiner Vorgänger in der Wahl der Mittel, sie sollen dich nur bestimmen in deinen Versuchen umsichtiger und weiser zu verfahren. allein sie sollen, sie dürfen dich nie kleinmütig machen, sei dürfen dich nie von neuem Streben nach der Schöpfung deines Himmels abhalten! Wer wäre wahnsinnig genug die Ewigkeit nach dem Maßstabe einer kurzen Spanne von einigen tausend Jahren zu messen, und, ist denn die ganze Zukunft des Menschengeschlechts nicht die Ewigkeit? Darum vorwärts Orion des Menschengeschlechts.
In den Zeiten der Taten muss man den Geist und den Gang der Bewegung scharf erkennen und feststellen, den Punkt, der alles beherrscht, bestimmt erfassen; er heißt: es handelt sich nicht mehr darum, ob eine freie großartige Reichsverfassung, im konstitutionellen Sinne, nicht besser sei, als eine Republik, sondern darum, dass keine menschliche Macht im Stande ist, die Republik in Deutschland auf zuhalten, und wäre die letztere auch zehntausendmal schlechter, als eine edle konstitutionelle Verfassung.
Ich gestehe, dass ich eine Reichskonstitution Deutschlands, wie ich sie in der neuesten Geschichte vorgeschlagen, der Republik bei weitem vorgezogen hätte: sie würde ungleich mehr Würde, Anmut und Fruchtbarkeit entwickelt haben, sie würde der Wissenschaft und der Bildung förderlicher gewesen sein, das Volk glücklicher gemacht haben. Doch sie war nur auf dem Wege der Reform möglich, durch den Eintritt der Staatsumwälzung wurde sie tot, tot wie alle ähnliche vorgeschlagenen Verfassungen, wie namentlich jene, welche die Volksversammlung in Frankfurt am 30. März beantragen oder versuchen wird. Weiterlesen
Das oberste Gesetz der Revolutionen ist jenes, dass sie wenigstens vorübergehend unaufhaltsam zur Republik führen. Fuhren sie nicht dazu, so sind sie keine Revolutionen, sondern Reformbewegungen. Demnach stellt sich die alles entscheidende Frage dahin fest: befinden wir uns im Zustand der Staatsumwälzung oder in jenem der Reformbewegung? Wer das erstere leugnen und das andere glauben will, wird sich einem gefährlichen Irrtum ergeben: ich habe soeben einen Umkreis von 270 Stunden in Deutschland zu Pferde durchreist, ich habe, unerkannt und unbemerkt, nicht gesprochen, sondern gehört, beobachtet, geforscht: wir befinden uns vollständig im Zustande der Staatsumwälzung!
Reformen können die Fürsten mit Hülfe der freisinnigen gemäßigten Männer des Fortschrittes leiten, Revolutionen hingegen nicht, letztere führt der Weltgeist unmittelbar und wenigstens vorübergehend leitet er sie stets zur Republik. Dass dem nach den tiefsten Gesetzen des Lebens so sei, dass somit keine menschliche Macht, nicht der innigste Verein, selbst nicht die Hingebung aller gemäßigten freisinnigen Männer in Deutschland die Republik zu verhindern vermögen, dafür sprechen tausend unwiderlegliche Gründe der Geschichte, der Erfahrung und der Staatsweisheit; es sprechen dafür ganz überwältigende Gründe und zwar in solchen Massen, dass man Bogen damit füllen könnte; indessen die Zeit der Taten gebietet, wie gesagt, Kürze und wir wollen darum von den Hauptgründen nur einen anführen.
Es ist ein einfaches Naturgesetz, dass Niemand sein angebornes Wesen, seinen innersten Character, wie dieser in Folge der Anlagen und Lebensstellung sich bildet, über Nacht plötzlich und gänzlich um wandeln kann. Nun sind die deutschen Fürsten durch eine tausendjährige Geschichte an den Gedanken ihrer Macht gewöhnt, von ihrer Kindheit an als rechtmäßige Besitzer solcher Macht erzogen und gebildet worden: die fürstliche Gewalt trägt aber einen Reiz in sich, welchen sich außer den Inhabern derselben nur wenige Menschen in seinem ganzen gewaltigen, ungeheuern Umfang vorstellen können: jede Fiber, jedes Seelenvermögen der Fürsten klammert sich krampfhaft an diese süße, geliebte Gewalt an: dieselbe verkümmert und beschränkt zu sehen, ist ein bitteres, ach ein zu bitteres Gefühl: kein Fürst vom alten legitimen Stamme versteht sich daher gerne zu ernsten Bewilligungen zu Gunsten der Volksfreiheit: nur der Drang der Umstände, die Gewalt des Augenblicks nötigt solche Zugeständnisse ab: allein stets werden sie von jenen Herrschern mit bekümmertem Herzen gewährt. Eifrig hegen und nähren darum die Fürsten die Hoffnung besserer Zeiten, also Aufhebung oder Beschränkung der Zugeständnisse, in den geheimsten Falten der Brust. Diese Stimmung der Herrscher vom alten legitimen Stamme, welche aus dem Wesen ihres Charakters unaufhaltsam hervorströmt, drängt sie in den Zeiten der Umwälzung zu geheimen Verabredungen oder Einverständnissen mit auswärtigen unumschränkten Monarchen: öffentlich beteuern sie, dass alle ihre gemachten Zugeständnisse aufrichtig gemeint seien, und gewissenhaft erfüllt werden sollen; doch heimlich geloben sie sich die Zurücknahme oder Beschränkung bei der ersten günstigen Gelegenheit.
[…]
Kurz, der Volksinstinkt wird im Fortgang der Umwälzung den Massen die Überzeugung aufdringen, dass die Zugeständnisse vieler Fürsten nur Blendwerk seien, hinter dem sich wesentlich andere Ab sichten verstecken. Wenn diese Überzeugung auch auf einem Irrtum beruhen sollte, so bleiben sich die Folgen dennoch gleich: die Massen werden selbst den Irrtum für Wahrheit halten, keine menschliche Macht wird im Stande sein, jene tief wurzelnde Meinung dem Volke zu nehmen.
Wer gerecht sein will, kann der Nation dieses Misstrauen nicht verargen. Wie sind die Fürsten seit dem Befreiungskriege mit dem Volke umgegangen, mit welcher vorbedachten Kaltblütigkeit wurden die heiligsten Zusicherungen gebrochen, mit welcher halsstarrigen Hartnäckigkeit wurde dieses System 33 Jahre, trotz der wohlwollen den Vorstellungen aller Menschenfreunde, trotz der Warnungen aller gemäßigten Männer, fortgesetzt?
Nein, das deutsche Volk glaubt von Stunde an bloßen Worten nicht mehr, es verlangt die Tat und zwar augenblicklich die Tat: es ist fortan wachsam, und es hat vollkommen Recht, auf seiner Hut zu sein.
Dieses natürliche und in dem Gang unserer Geschichte so tief begründete Misstrauen des Volkes gegen die Fürsten wird im Laufe der Umwälzung immer stärker werden. Ich bin auf meiner Reise jetzt schon über den tiefen Unglauben der Massen gegen fürstliche Erklärungen erstaunt: man glaubt ihnen nicht mehr, selbst wenn Männer des Volkes als Zeugen für die Wahrheit auftreten: alles das wird noch tiefer greifen, wenn die Ereignisse weiter gehen. Die Folge davon ist, dass die Nation der deutschen Reichs= oder Zentralgewalt, die sich zu bilden beginnt unter der Autorität der Fürsten, niemals die Gewalt einräumen wird, welche zur Leitung der gewaltigen Krisis erforderlich wäre. Es ist das ein allgemeines, gleichförmiges und unabwendbares Gesetz jeder Staatsumwälzung. Unter der Autorität der Fürsten wird sohin das Volk die bevorstehende Zentralgewalt von Deutschland nie anders zulassen, als in verhältnismäßiger Schwäche und solche schwache Regierungen führen in Revolutionszeiten unfehlbar zur Republik. In diesem einfachen Verhältnisse liegt das ganze Geheimnis der Krisis.
Wie schon die wenigen Wochen unserer Staatsumwälzung bewiesen, schreiten in solchen Zeiten die Ereignisse mit der Eile des Sturmes voran. Bald werden die freisinnigen Männer, welche bis jetzt für entschiedene Reformer, selbst für Radikale galten, als zu gemäßigt erscheinen, in der Volksgunst sinken, binnen wenigen Monaten sie verloren haben. Der richtige gesunde Sinn des Volkes wendet dessen Zuneigung in Revolutionszeiten stets den Männern der entschlossenen Tatkraft zu: solche Männer sind jedoch vorzugsweise die Republikaner. Es ist wahr, dass gegenwärtig die letztern bei der unermesslichen Mehrheit der Nation nicht beliebt sind: wenn man jetzt in ganz Deutschland ohne Anwendung von Terrorismus über Republik oder konstitutionelle Reichsverfassung abstimmen lassen wollte, so würden unter 100 wenigstens 90 gegen die Republik sich erklären: auch davon habe ich mich auf meiner Reise überzeugt; allein die Ereignisse gehen schnell, das Misstrauen wider die Fürsten wird die Massen selbst wider Willen zur Republik hindrängen, und Staatsfehler der Fürsten werden das Ereignis bald vollendet haben.
Deutsche Tribüne 1831/32.
Das Nationalfest der Deutschen zu Hambach, 2 Hefte, Neustadt an der Haardt 1832.
Die politische Reform Deutschlands. Noch ein dringendes Wort an die deutschen Volksfreunde, Strasburg 1832.
Das Recht des deutschen Volkes und die Beschlüsse des Frankfurter Bundestages vom 28. Juni 1832.
Fragmente zur Culturgeschichte, 2 Teile, Kaiserslautern 1835/36.
Die politisch-reformatorische Richtung der Deutschen im XVI. und XIX. Jahrhundert. Ein
Beitrag zur Zeitgeschichte, Belle-Vue 1841.
Die Geschichte der Deutschen , 4 Bde., Emmishofen 1842-1845.
Denkwürdigkeiten aus meinem Leben, Bd. 1, Emmishofen 1844.
Ein Wort an die deutsche Nation, Karlsruhe 1848.
Axel Hermann, Johann Georg August Wirth. Ein politisches Leben zwischen Restauration und Revolution, Regensburg 2022.
Axel Hermann u. Arnd Kluge (Hrsg.), Johann Georg August Wirth (1798-1848). Ein Revolutionär aus Hof, Hof 1999.
Elisabeth Hüls, Johann Georg August Wirth (1798-1848), ein politisches Leben im Vormärz, Düsseldorf 2004.
Michail Krausnick, Johann Georg August Wirth. Vorkämpfer für Einheit, Recht und Freiheit, Weinheim 1997.
Armin Schlechter (Hrsg.), Kämpfer für Freiheit und Demokratie Johann Georg August Wirth, Neustadt an der Weinstraße 2010.
JOHANN GEORG AUGUST WIRTH

Abb.: Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz
Der Name Johann Georg August Wirth ist untrennbar verbunden mit der größten und wichtigsten oppositionellen politischen Versammlung des Vormärz, dem Hambacher Fest von 1832, an dessen Organisation er maßgeblich beteiligt war, auf dem er eine der Hauptreden hielt und zu dessen nachhaltiger Popularität er mit der Veröffentlichung einer Festdokumentation beitrug. Der in Hof geborene Sohn eines früh verstorbenen Postbeamten studierte Rechtswissenschaften in Erlangen ohne einen für den Eintritt in den Justizstaatsdienst nötigen Abschluss und war in wechselnden Verwaltungs- und Kanzleistellen tätig, bis er 1831 eine publizistische Karriere einschlug. Die von ihm gegründete Zeitung „Deutsche Tribüne“ wurde in der kurzen politischen Tauwetterperiode nach der französischen Julirevolution zu einer der einflussreichsten oppositionellen Publikationen. Nachdem sein Blatt vom Bundestag verboten worden war, wurde Wirth nach dem Hambacher Fest auch persönlich verfolgt: Er kam in Untersuchungshaft, wurde aber in einem deutschlandweit aufsehenerregenden Geschworenenprozess in Landau vom Vorwurf des Hochverrats freigesprochen. Die bayrische Regierung veranlasste nichtsdestotrotz seine Verurteilung in einem Beleidigungsverfahren. Nach Verbüßung einer zweijährigen Haftstrafe setzte sich Wirth nach Frankreich ab und siedelte später in die Schweiz über, wo er seine publizistische Tätigkeit fortsetzte. Er kehrte 1847 nach Deutschland zurück und wurde aufgrund seiner Popularität als oppositioneller Veteran 1848 in die deutsche Nationalversammlung gewählt. Er starb zwei Monate nach deren Eröffnung in Frankfurt.
Geburt in Hof als zweiter Sohn eines Poststallmeisters.
Schulabschluss im damals vom Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel geleiteten Gymnasium in Nürnberg.
Beendigung eines rechtswissenschaftlichen Studiums in Erlangen.
Eintritt in eine Kanzlei in Bayreuth.
Gründung der zunächst in München und später in Homburg erscheinenden Zeitung „Deutsche Tribüne“.
Mitgründer des „Deutschen Vaterlandsvereins zur Unterstützung der freien Presse“ und Mitorganisator des Hambacher Festes.
Freispruch im Landauer Assisenprozess vom Vorwurf des Hochverrats, Verurteilung durch das Zuchtpolizeigericht Zweibrücken zu einer zweijährigen Haftstrafe.
Nach Verbüßung der Haftstrafe Exil in Frankreich und (ab 1839) in der Schweiz.
Erscheinen des ersten Bandes seiner „Geschichte der Deutschen“, mit der Wirth seine politische Publizistik durch historische Studien fundierte.
Rückkehr nach Deutschland und Fortsetzung seiner historischen Arbeiten.
Im Juni in einer Nachwahl in einem thüringischen Wahlkreis Wahl in die deutsche Nationalversammlung. Tod in Frankfurt am 26. Juli 1848.
Das Land, das unsere Sprache spricht, das Land, wo unsere Hoffnung wohnt, wo unsere Liebe schwelgt, wo unsere Freuden blühen, das Land, wo das Geheimnis aller unserer Sympathien und all’ unserer Sehnsucht ruht, dieses schöne Land wird verwüstet und geplündert, zerrissen und entnervt, geknebelt und entehrt. Reich an allen Hilfsquellen der Natur sollte es für alle seine Kinder die Wohnung der Freude und der Zufriedenheit sein, allein ausgesogen von 34 Königen, ist es für die Mehrzahl seiner Bewohner der Aufenthalt des Hungers, des Jammers und des Elendes. Deutschland, das große, reiche, mächtige Deutschland, sollte die erste Stelle einnehmen in der Gesellschaft der europäischen Staaten, allein beraubt durch verräterische Aristokratenfamilien, ist es aus der Liste der europäischen Reiche gestrichen und der Verspottung des Auslandes Preiß gegeben. Berufen von der Natur, um in Europa der Wächter des Lichts, der Freiheit und der völkerrechtlichen Ordnung zu sein, wird die deutsche Kraft gerade umgekehrt zur Unterdrückung der Freiheit aller Völker und zur Gründung eines ewigen Reiches der Finsternis, der Sklaverei und der rohen Gewalt verwendet. Weiterlesen
So ist denn das Elend unseres Vaterlandes zugleich der Fluch für ganz Europa. Spanien, Italien, Ungarn und Polen sind Zeuge davon. Spanien ist durch die heilige Allianz, welche ihre Stütze ausschließend in Deutschland hatte, einer auf Aufklärung, Menschlichkeit und Vernunft gebauten Staatsverfassung, sowie seiner patriotischen Cortes beraubt und unter das Messer fanatischer Priester und Aristokraten, sowie des Regime des Unsinnes und der Grausamkeit überhaupt zurückgeführt worden. Ungarn und Italien werden von Österreich mit Hülfe deutscher Kräfte ihrer Nationalität beraubt und in Knechtschaft und Finsternis gehalten. Polen ist zu wiederholten Malen von deutschen Mächten verraten worden, und hat den Verlust der Freiheit und des Vaterlandes auch in neuerer Zeit einem deutschen Könige zu verdanken. Die Ursache der namenlosen Leiden der europäischen Völker liegt einzig und allein darin, dass die Herzoge von Österreich und die Kurfürsten von Brandenburg den größten Teil von Deutschland an sich gerissen haben, und unter dem Titel der Kaiser von Österreich und der Könige von Preußen nicht nur ihre eigenen, durch methodische Plünderung Deutschlands erworbenen Länder, nach orientalischen Formen beherrschen und deren Kräfte zur Unterdrückung der Freiheit und Volkshoheit der europäischen Nationen verwenden, sondern auch ihr Übergewicht über die kleineren Länder Deutschlands benützen, um auch die Kräfte dieser dem Systeme fürstlicher Alleinherrschaft und despotischer Gewalt dienstbar zu machen. Bei jeder Bewegung eines Volkes, welche die Erringung der Freiheit und einer vernünftigen Staatsverfassung zum Ziele hat, sind die Könige von Preußen und Österreich durch Gleichheit der Zwecke, Gerinnungen und Interessen an Russland geknüpft, und so entsteht jener furchtbare Bund, der die Freiheit der Völker bisher immer noch zu töten vermochte. Die Hauptmacht dieses finstern Bundes besteht immer aus deutschen Kräften, da Russland ohne die Allianz mit Preußen und Österreich ohnmächtig wäre und durch innere Stürme in Zerrüttung fallen würde. So riesenhaft daher die Macht des absoluten Bundes auch sein mag, so ist ihr Ende doch in dem Augenblicke gekommen, wo in Deutschland die Vernunft auch in politischer Beziehung den Sieg erlangt, d. h. in dem Augenblicke, wo die öffentlichen Angelegenheiten nicht mehr nach dem despotischen Willen eines Einzigen, nicht mehr nach den Interessen einer über ganz Europa verzweigten Aristokraten-Familie, sondern nach dem Willen der Gesellschaft selbst und nach den Bedürfnissen des Volkes geleitet werden. In dem Augenblicke, wo die deutsche Volkshoheit in ihr gutes Recht eingesetzt sein wird, in dem Augenblicke ist der innigste Völkerbund geschlossen, denn das Volk liebt, wo die Könige hassen, das Volk verteidigt, wo die Könige verfolgen, das Volk gönnt das, was es selbst mit seinem Herzblut zu erringen trachtet, und, was ihm das Teuerste ist, die Freiheit, Aufklärung, Nationalität und Volkshoheit, auch dem Brudervolke: das deutsche Volk gönnt daher diese hohen, unschätzbaren Güter auch seinen Brüdern in Polen, Ungarn, Italien und Spanien. Wenn also das deutsche Geld und das deutsche Blut nicht mehr den Befehlen der Herzoge von Österreich und der Kurfürsten von Brandenburg, sondern der Verfügung des Volkes unterworfen sind, so wird Polen, Ungarn und Italien frei, weil Russland dann der Ohnmacht verfallen ist und sonst keine Macht mehr besteht, welche zu einem Kreuzzuge gegen die Freiheit der Völker verwendet werden könnte. Der Wiederherstellung des alten, mächtigen Polens, des reichen Ungarns und des blühenden Italiens folgt von selbst die Befreiung Spaniens und Portugals und der Sturz des unnatürlichen englischen Übergewichtes. Europa ist wiedergeboren und auf breiten natürlichen Grundlagen dauerhaft organisiert. Freiheit des Welthandels
ist die köstliche materielle Frucht und unaufhaltsames Fortschreiten der Zivilisation der außer jeder Berechnung liegende geistige Gewinn eines solchen Weltereignisses. Die reichen Länder der europäischen Türkei werden dann nicht länger den Feinden aller Kultur überlassen bleiben, weil die Eifersucht einer schwachköpfigen und engherzigen Politik diese herrlichen Provinzen einem zivilisierten Volke nicht gönnt. Man wird sie vielmehr der Zivilisation wiedergeben, Konstantinopel durch Umschaffung in eine freie Stadt und einen freien Hafen in einen allmächtigen Hebel des europäischen Handels verwandeln, die Hilfsquellen Afrikas für Europa eröffnen, und dann den großen Menschenfreund, den Handel gewähren lassen, dass er seine unendlichen Gaben und unerschöpflichen Schätze über die Völker Europas ausschütte und zugleich alle Nationen zu ewig neuen Fortschritten in der Zivilisation ansporne. Unermesslich sind die Folgen der Befreiung Europas, unermesslich schon in Ansehung der Emporhebung und gleichmäßigen Verbreitung des Wohlstandes und unermesslich vollends in Ansehung der geistigen Fortschritte. Und alle diese unendlichen Triumphe des menschlichen Geschlechts, all’ diese unermesslichen Segnungen sollten den Völkern Europas blos darum vorenthalten werden, damit ein paar unverständige Knaben fortwährend die Königsrolle erben können? Wahrlich, ich sage euch, gibt es irgend Verräter an den Völkern und an dem gesamten Menschengeschlechte, gibt es irgend Hochverräter, so wären es die Könige, welche der Eitelkeit, der Herrschsucht und der Wollust willen die Bevölkerung eines ganzen Weltteils elend machen und dieselbe durch empörende Unterdrückung Jahrhunderte hindurch hindern, zu dem ihr von Natur bestimmten Zustande von materieller Wohlfarth und geistiger Vollendung sich aufzuschwingen. Fluch, ewigen Fluch darum allen solchen Verrätern!
Es ist einleuchtend, dass unter den bemerkten Umständen die Reform Deutschlands, als die Basis der Reorganisation Europas, eine große gemeinschaftliche Angelegenheit aller Völker unseres Weltteils sei. Von ihr hängt die Wohlfarth der großen Mehrheit aller Nationen Europas, von ihr die Ruhe und das Glück des ganzen Weltteils selbst ab. Auch
Frankreich kann vor der Befreiung und Wiedererstehung Deutschlands Freiheit, Glück und Frieden in dauerhafter Weise nie erlangen, weil die unvereinbarlichen Prinzipien von Volkshoheit und dem Königtume des göttlichen Rechts zwischen Frankreich und den deutschen Königen ewige Reibung erzeugen und einen Kampf entzünden müssen, dem nur mit dem entscheidenden Siege des vernünftigen Prinzips, also dem Triumphe der Volkshoheit in Deutschland, definitiv ein Ziel gesetzt werden kann. Wenn demnach die Reform Deutschlands so sehr im Interesse Frankreichs liegt, so scheint es natürlich, dass die deutschen Patrioten in ihrem schweren und ungleichen Kampfe gegen die Verräter ihres Vaterlandes ihre Hoffnung vorzüglich auf Frankreich setzen sollten. Man sollte meinen, unsere französischen Nachbarn müssten dem großen Werk der deutschen Reform wegen der davon abhängenden Reorganisation Europas frei von allem Eigennutze und insbesondere frei von Vergrößerungssucht, aufrichtig und uneigennützig ihre volle Unterstützung widmen. Leider dürfen wir aber dieser Hoffnung uns noch nicht ergeben. […]
Hoffe man daher nichts von einer Unterstützung Frankreichs. Fürchte man solche vielmehr, wenn sie eine Maßregel des Gouvernements werden sollte. Denn in diesem Falle hat eine Bewegung Frankreichs zu Gunsten der deutschen Patrioten einen Krieg gegen Österreich und Preußen zur Folge, in welchem die kleinen deutschen Mächte augenblicklich auf die Seite Frankreichs treten würden, wenn das günstige Kriegsglück gegründete Hoffnung zur Eroberung darbietet. Bayern, das in einem solchen Falle auf die andern kleinen Fürsten einen großen Einfluss erlangt, verwünscht seine Besitzung am Rheine und trachtet sehnsuchtsvoll nach Wiedererlangung von Salzburg, Tirol und dem Innviertel. Sachsen ist über die Grausamkeit, mit der man das Land zerrissen und verkauft hat, immer noch erbittert, und wird jede Gelegenheit seiner Wiedervereinigung mit Eifer ergreifen. Sobald daher in einem Kriege gegen Österreich und Preußen für Frankreich nur irgend eine Wahrscheinlichkeit des Sieges vorhanden ist, treten Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden u. s. w. der Vergrößerungssucht wegen auf die Seite Frankreichs, und es wiederholt sich die alte Geschichte des Rheinbundes. Dann ist aber nicht blos Deutschland unglücklicher als je, sondern auch das große Werk der europäischen Reorganisation auf lange Zeit wieder hinausgeschoben. Aus allen diesen Gründen dürfen denn die deutschen Patrioten auf die Hilfe Frankreichs nicht allein keine Hoffnung setzen, sondern sie müssen auch die Pläne Frankreichs aufmerksam beobachten, vor allem aber in ihr politisches Glaubensbekenntnis den Satz aufnehmen:
„Selbst die Freiheit darf auf Kosten der Integrität unseres Gebietes nicht erkauft werden; der Kampf um unser Vaterland und unsere Freiheit muss ohne fremde Einmischung durch unsere eigene Kraft von innen heraus geführt werden, und die Patrioten müssen
in dem Augenblicke, wo fremde Einmischung statt findet, die Opposition gegen die inneren Verräter suspendieren und das Gesamtvolk gegen den äußern Feind zu den Waffen rufen.”
Diejenigen, welche ihre Hoffnung lediglich auf die Hülfe Frankreichs setzen, werden bei solchen Grundsätzen an jedem Erfolge der deutschen Opposition zweifeln. Desungeachtet wird das große Werk auch auf diesem, unsere Nationalehre rettenden Wege zu Stande kommen. Das Mittel liegt in einem Bündnisse der Patrioten zum Zwecke der Belehrung des gesamten deutschen Volkes über die Art und Weise der notwendigen Reform Deutschlands. Der Vaterlandsverein war bei seiner Gründung für diesen Zweck bestimmt. Wie aber derselbe inzwischen sich gestaltet hat, kann er den großen Zweck der Wiedergeburt des Vaterlandes nicht mehr erreichen, weil die Mitglieder desselben, und namentlich die Vorsteher den Zweck einer klar erkannten, bis in die Details genau bestimmten und konsequent zu verfolgenden Reform Deutschlands entschieden ableugnen und dem Vereine dafür den vagen und unbestimmten Zweck unterschieben, für die freieste Entwicklung patriotischer Gedanken über die Mittel zur Förderung des Wohls der deutschen Völker, die Unterstützung der ganzen Nation in Anspruch zu nehmen. Der Verein kann in einer solchen Weise zwar auch nützlich sein, allein den Zweck der deutschen Reform vermag er nie zu erreichen. Die Sehnsucht nach einem bessern politischen Zustande ist nämlich bei uns fast überall laut geworden. Allein gerade über die Hauptsache, d. h. worin das Bessere bestehe, darüber ist noch Niemand einig, nicht einmal die Häupter der Opposition. So lange ein solcher Zustand besteht, ist die Opposition selbst planlos, und muss notwendig zur Verwirrung Anlass geben. Aus diesen Gründen sind alle gegenwärtigen Bestrebungen und Aufopferungen der Opposition wirkungslos, und werden es so lange sein, bis deren Häupter über die Art und Weise der notwendigen Reform Deutschlands bis in die Details sich verständiget haben, und nun nach einem festen Plane und unter sicherer Leitung gemeinsam dahin wirken, für diese Reform die öffentliche Meinung aller deutschen Volksstämme zu gewinnen. So lange dies nicht geschieht, fehlt es der Opposition an einem Anhaltspunkte; man streitet sich planlos herum, erbittert und entzweiet, und reißt ein, ohne zu wissen, was an die Stelle des Alten treten soll. Plan- und zwecklos, ist eine solche Opposition unfähig, die Ereignisse zu leiten, wird vielmehr völlig von den Umständen beherrscht, und kann leicht das Schicksal erfahren, gerade das befördert zu haben, was sie vermeiden und abstellen will, nämlich die Zerstückelung und dadurch das Unglück Deutschlands. Wenn dagegen die reinsten, fähigsten und mutigsten Patrioten über die zweckmäßigste Reform unseres Landes sich verständiget und zugleich sich verbunden haben, um durch eigene Journale die öffentliche Meinung des Gesamtvolkes für diese Reform zu gewinnen, wenn auch nur 20 an Geist, Feuereifer und Charakter ausgezeichnete Männer einen solchen Bund geschlossen und nun dem guten Volke die unabweisliche Notwendigkeit seiner politischen Veredlung, sowie das dringende Bedürfnis der durchgreifenden Reform des Vaterlandes täglich mit Flammenzügen in das Herz schreiben, wenn solche Männer den Nationalstolz, das Gefühl der Bürgerwürde und die Flamme der Freiheitsliebe durch die Gluth begeisternder Rede in allen deutschen Gauen erwecken, wenn nur 20 solcher Männer, zu einem geregelten Zusammenwirken verbunden und von einem Manne ihres Vertrauens geleitet, der Nation das schöne Schauspiel eines gottbegeisterten Kampfes für das Vaterland, für unser angebetetes, dreimal herrliches Deutschland täglich vor Augen stellen, wenn sie in ihrer Sendung nie müde werden, nie erzittern, nie erbleichen, wenn sie alle Verfolgungen von Seite der Vaterlandsverräter mit Freudigkeit ertragen, wenn sie der Gewalt kein haarbreit weichen und lieber 1000mal sich zermalmen lassen, als von ihrem heiligen Kampfe abzustehen, wenn endlich die guten Bürger in den lichtern Gegenden unseres Landes das Wirken solcher Männer durch Verbreitung deren Schriften öffentlich oder im Stillen unterstützen; ja fürwahr, dann wird, dann muss das große Werk gelingen, die verräterische Gewalt wird vor der Weihe der Vaterlandsliebe und der Allmacht der öffentlichen Meinung in den Staub sinken, Deutschland wird die Freiheit und den Frieden sehen, es wird zur herrlichsten Macht und Größe emporblühen. Niemand kann hieran zweifeln, der die Macht der Presse kennt, und der erwägt welche ungeheure Wirkung dieselbe schon binnen wenigen Monaten her vorzubringen im Stande war.
Darum deutsche Patrioten wollen wir die Männer wählen, die durch Geist, Feuereifer und Charakter berufen sind, das große Werk der deutschen Reform zu beginnen und zu leiten; wir werden sie leicht finden und dann auch durch unsere Bitten bewegen, den heiligen Bund sofort zu schließen und ihre bedeutungsvolle Wirksamkeit sofort zu eröffnen. Dieser schöne Bund möge dann das Schicksal unseres Volkes leiten; er möge unter dem Schirme der Gesetze den Kampf für unsere höchsten Güter beginnen, er möge unser Volk erwecken, um von innen heraus, ohne äußere Einmischung, die Kraft zu Deutschlands Wiedergeburt zu erzeugen; er möge auch zu gleicher Zeit mit den reinen Patrioten der Nachbarländer sich verständigen, und wenn ihm Garantien für die Integrität unseres Gebietes gegeben sind, dann möge er immerhin auch die brüderliche Vereinigung suchen, mit den Patrioten aller Nationen, die für Freiheit, Volkshoheit und Völkerglück das Leben einzusetzen entschlossen sind. Hoch! dreimal hoch leben die vereinigten Freistaaten Deutschlands! Hoch! dreimal hoch das konföderierte republikanische Europa!
§. 3.
Mehr noch, als nach Freiheit und nach materieller Wohlfart der einzelnen Provinzen, verlangen indessen die entschiedenen Patrioten Deutschlands nach der politischen Einheit ihres Vaterlandes. Und in der Tat mit Recht: denn dieselbe ist eben das einzige Mittel zur Freiheit und Wohlfarth der einzelnen Provinzen; ohne sie gibt es keine Bürgschaft für das Bestehen und Gedeihen der wahren Freiheit, ohne sie keine Aussicht zu dauerhafter Organisation des Weltteils und kein Heil für Europa! Die Feinde der Freiheit und des deutschen Volkes werfen den entschiedenen Patrioten vor, dass sie mit der „Einheit Deutschlands“ selbst keinen klaren Begriff verbänden und dass eine solche Organisation des Landes auch ein Hirngespinst sei. Weiterlesen
Wir bitten diese Herren, durch die nachfolgende Entwickelung der Dinge sich von dem Gegenteile zu überzeugen. — Nicht in einem gewalttätigen Zentralisieren, also nicht darin, dass man alle deutschen Provinzen, ohne Berücksichtigung deren partikulären Interessen, willkürlich unter den Zepter einer und derselben Regierung beugt, soll die politische Einheit Deutschlands bestehen, sondern vielmehr darin, dass die sämtlichen deutschen Stämme, vorbehaltlich der souveränen Verwaltung ihrer partikulären Angelegenheiten, durch ein natürliches unauflösbares Band verbunden werden, um für die Freiheit, Integrität und Selbstständigkeit jeder einzelnen Provinz gegen die übrigen, und für die Freiheit, Integrität und Souveränität des gesamten Vaterlandes gegen Außen eine unerschütterliche Garantie zu erlangen. Ein solches unauflösbares Band liegt aber nicht in leeren Staatsverträgen, diktiert von den Interessen fürstlicher Familien, sondern in der Macht der Sympathie durch Verkettung der Interessen der Volksstämme. Die Natur hat schon ein inniges Band für die deutschen Stämme geschaffen, das starke Band der Sprache; die Geschichte hat dasselbe verstärkt durch einen Namen aller einzelnen Stämme und die Erinnerung an die großen Taten der Vorfahren; die Wissenschaft hat dieses Band endlich geweiht und veredelt durch die herrlichen Blüten der Literatur, die vermöge der gemeinschaftlichen Sprache zum Gemeingute aller Stämme erhoben ist und die Herzen aller mit gleichem Stolze erfüllt. Allein stärker noch, als die Bande der gemeinschaftlichen Sprache, des Namens und der Literatur, ist das Bindungsmittel der Interessen. So sehr auch jene Bande zur unauflöslichen Vereinigung der verschiedenen Volksstämme drängen, so werden sie doch ohnmächtig, sobald die geistigen oder materiellen Interessen der einzelnen Länder mit einander in Zwiespalt gesetzt werden. Im Zustande der Freiheit wäre ein solcher Zwiespalt freilich unmöglich, weil sowohl die geistigen, als die materiellen Interessen aller deutschen Volksstämme teils durch die geographische Lage deren Länder, teils durch das gemeinschaftliche Band der Sprache, des Namens und der Literatur auf das innigste verkettet sind. Ein Widerstreit wäre in dieser Beziehung blos dann möglich, wenn die Regierungsgewalten einzelner Brüderstämme ihre Interessen von jenen ihres Volkes trennen, und einem solchen unnatürlichen und dem Gesamtvolke verderblichen Systeme durch gewaltsame Unterdrückung des öffentlichen Volkslebens die Herrschaft erringen würden. Nun können andere Stämme durch unerträgliche Misshandlung ihrer Interessen, wozu auch die geistigen, namentlich jene der Freiheit zu zählen sind, das Band und die Stimme der Natur allerdings völlig vergessen und die Vereinigung mit einem fremden Volke wünschen, wenn ihre geistige oder materielle Lage dadurch verbessert wird. Sobald nun vollends das Regierungssystem derjenigen Länder, wodurch die Interessen aller Brüderstämme und sohin des gesamten Vaterlandes verletzt werden, in der öffentlichen Meinung jener Länder keine kraftvolle Opposition, oder wohl gar Unterstützung findet, dann trifft das gesamte Land noch der Fluch der innern Zwietracht. Denn zwischen den unverständigen Anhängern eines antinationalen Systems und den treuen Freunden des Gesamt=Vaterlandes kann niemals Friede bestehen. Wer wüsste nicht, dass unser teueres Vaterland in diese schreckliche Lage gebracht worden ist? wer wüsste nicht, dass es durch die Politik der Kabinette zu Wien und Berlin in diesen entsetzlichen Abgrund gestürzt wurde, jener nichtswürdigen Politik, welche, durch verwüstende Zolllinien und empörende Unterdrückung des öffentlichen Lebens, den Handel und die Freiheit vernichtet und insbesondere die höchsten Interessen der süddeutschen Volksstämme bis zum Tode verwundet? Durch diese treulose und verräterische Politik sind die schönsten Provinzen Deutschlands in die verzweiflungsvolle Lage geworfen worden, bei äußern politischen Stürmen zwischen der Nationalität und ihren Interessen wählen zu müssen, und da das Band der Interessen nach der sinnlichen Natur der Menschen stärker ist, als jenes der Nationalität, so ist die Kraft Deutschlands gegen Außen gebrochen und die Integrität des Landes bei jedem Sturme der größten Gefahr ausgesetzt. Diese Gefahr kann nur durch die Versöhnung der Interessen entfernt werden. Ist der Widerstreit der letztern gehoben, so tritt der natürliche Drang zur Nationalität von selbst wieder in seine Rechte ein und ist alsdann mächtig genug, die Würde der Nation und die Integrität des Gebietes gegen jeden äußern Feind aufrecht zu erhalten. Da nun, wie oben bemerkt wurde, die Interessen aller deutschen Volksstämme vermöge der Ordnung der Natur notwendig gleich sind und nur durch eigennützige oder ehr geizige Zwecke fürstlicher Familien in Zwiespalt gesetzt werden können; so beruht die politische Einheit Deutschlands darin, dass in allen öffentlichen Angelegenheiten, welche nicht bloß ein einzelnes deutsches Land betreffen, sondern auch die Interessen der übrigen Brüderstämme berühren, den fürstlichen Familien die unumschränkte Diktatur entzogen und die Leitung jener gemeinsamen Angelegenheiten, sowohl nach Innen als nach Außen, den Organen der öffentlichen Meinung aller Brüderstämme naturgemäß übertragen werde. So weit dagegen die öffentlichen Angelegenheiten jeder selbstständigen Provinz nur partikulär sind, bleiben sie der souveränen Leitung der letztern selbst über lassen, so dass die Provinzial=Autoritäten in allen Anordnungen und Verfügungen, welche weder die Selbstständigkeit einer andern Provinz, noch irgend eine der gemeinsamen Interessen aller Stämme verletzen, souveräne Gewalt besitzen. Hierin besteht die Selbstständigkeit der einzelnen Provinzen. Die gemeinsamen Angelegenheiten aller Stämme bestehen dagegen darin: 1) Aufrechthaltung der Integrität und verfassungsmäßigen Selbstständigkeit jeder einzelnen Provinz oder Stammes gegen Eingriffe Anderer; 2) Schutz der partikulären Rechte und Institutionen jeder selbstständigen Provinz gegen verfassungswidrige Gewalt im Innern; 3) vollständige Freiheit des Handels und Verkehrs im ganzen Umfange des deutschen Reichs; 4) Gleichheit der Retorsions-Maßregeln und Repressalien gegen die Störung des freien Handels und Verkehrs von Seiten fremder Völker; 5) Freiheit des Umzugs-, Ansässigmachungs= und Wohnrechts in allen Stämmen und Provinzen des deutschen Reichs; 6) vollständige Freiheit der Presse im gesamten deutschen Reiche; 7) Freiheit der Volksversammlungen und öffentlichen Beratungen in allen deutschen Ländern; 8) gleich mäßiger und zureichender Schutz der Person und des Eigentums für alle Deutschen an jedem ihnen beliebigen Aufenthaltsorte innerhalb der Grenzen des Reichs; 9) gleichmäßige Institutionen zur Sicherstellung des Gastrechts gegen Ausländer im ganzen Umfange des deutschen Reiches und sodann 10) Einheit der Politik nach Außen zur Aufrechthaltung der Würde und Interessen der deutschen Nation, so wie der Integrität deren Gebiets, dann zur Herstellung und Aufrechthaltung einer natürlichen und dauerhaften Organisation Europas, zur Herstellung und Bewachung des europäischen Friedens und der europäischen Völkerfreiheit, so wie endlich zur Auswirkung und Bewahrung der Freiheit des Welthandels. Die Souveränität der Provinzen oder Stämme des deutschen Reichs ist daher nur in so weit limitiert, 1) dass gegen Außen die Repräsentation des deutschen Reiches an die Stelle jener der einzelnen deutschen Länder tritt, überhaupt die auswärtige Verbindung letzterer cessirt und die Politik nach dem Bedürfnisse und Interesse der gesamten Nation, unter dem Einflusse der öffentlichen Meinung, von Einem gemeinschaftlichen Organe geleitet wird; 2) dass das Gastrecht gegen Fremde, die Sicherheit der Person und des Eigentums aller Deutschen, die Freiheit der Volksversammlungen, der Presse, des Umzugs-, Ansässigmachungs und Wohnrechts, so wie nicht minder des Handels und Verkehrs und endlich alle besondern verfassungsmäßigen Rechte und Institutionen aller Deutschen unter den Schutz der Zentralgewalt gestellt sind, dass die Provinzial=Autoritäten in allen diesen Beziehungen an die von der gemeinschaftlichen Nationallegislatur erlassenen Gesetze gebunden sind, keine dieselben verletzenden Verfügungen rechtsgültig erlassen können und bei Beschwerden über Verletzung dieser Gesetze oder der besondern Institutionen der Provinzen der Entscheidung dieser Legislatur unterworfen sind, und 3) dass bei Streitigkeiten der verschiedenen Provinzen und Stämme gegeneinander die Selbsthülfe oder Kriegserklärung untersagt ist und die betreffenden Stämme bei der gemeinschaftlichen Nationallegislatur Recht zu nehmen, verpflichtet sind.
Zur Leitung der gemeinsamen Angelegenheiten aller deutschen Stämme sind zwei Organe nötig: 1) ein gesetzgebender Körper und 2) eine vollziehende Autorität. Nach dem Prinzipe der wahren Freiheit müssen beide von einander getrennt sein, so wie die gesetzgebende Gewalt einzig und allein in den Händen einer völlig frei gewählten Volkskammer liegen muss. Die Unverträglichkeit von Privilegien und Standesvorzügen mit dem Prinzipe der Freiheit schließt bei der Repräsentation die Abtheilung der Nation in Stände, insbesondere des Adels, der Geistlichkeit, der Städte u. s. w. aus. Deshalb muss die gesetzgebende Nationalkammer der Deutschen, ohne Berücksichtigung eines Stände=Unterschieds, in der Art frei gewählt werden, dass die Zahl der Deputierten nach der Familienzahl des gesamten Reiches bemessen wird, und dass eine bestimmte Anzahl von Familien je einen Deputierten zu stellen hat, welchen sie aus irgend einer Provinz oder Stamm des Reichs beliebig auswählen kann. Bei dieser Wahl soll jeder volljährige und der väterlichen Gewalt entlassene Deutsche, der unter die selbstständigen Staatsbürger sich hat einzeichnen lassen, sowohl das aktive als das passive Wahlrecht besitzen. — Die vollziehende Autorität ist die Nationalregierung, die aus Ministern und einem Präsidenten besteht, von der gesetzgebenden Kammer ernannt wird und derselben verantwortlich ist. Die gesetzgebende und vollziehende Gewalt der vereinigten deutschen Stämme darf aber nicht blos auf dem Papiere leben, sondern sie müssen auch eine imposante materielle Macht besitzen, um bei ihren Beschlüssen der pünktlichsten Vollziehung gewiss zu sein. Darum muss die sämtliche Militärmacht der deutschen Stämme, bestehend aus den Nationalgarden und Musterregimentern aller Provinzen, der alleinigen, unumschränkten Verfügung der gesetzgebenden Kammer und in deren Namen der Nationalregierung unterworfen sein. Besondere, dem Befehle der gemeinsamen National=Autoritäten nicht unterworfene, Provinzialtruppen können nicht unterhalten werden. Dagegen können die Provinzial=Regierungen die Nationalgarden jederzeit zur Vollziehung aller jener Anordnungen und Befehle requirieren, welche ihre Kompetenz nicht überschreiten und mit den Beschlüssen oder Verfügungen der gesetzgebenden Kammer oder gemeinschaftlichen Reichsregierung nicht im Widerspruche stehen. Solchen Requisitionen sind auch die Nationalgarden, ohne zur Prüfung der Kompetenzmäßigkeit ermächtiget zu sein, in so lange stets zum pünktlichen Gehorsam verpflichtet, als sie von Oben keine Gegenbefehle erhalten oder in dem Verlangen der requirierenden Behörde nicht offenbare Verbrechen liegen.
Dies waren in der alten Welt bisher die Resultate aller Versuche zur Gründung der Republik d. h. des Reiches der Vernunft, der Gerechtigkeit, der Humanität, der Freiheit und der Glückseligkeit Aller. Die Versuche der neuen Welt bewährten sich zwar bis jetzt vollkommen, allein man hält die Freistaaten Nordamerikas noch für zu jung, um für die Güte und Haltbarkeit des republikanischen Prinzips etwas beweisen zu können. Und da demnach die Republik die ganze lange Erfahrung der alten und neuen Geschichte wider sich und noch keine hinlänglich bejahrte neuere Erfahrung für sich zu haben schien so verschwand der Glaube an die Möglichkeit, Nützlichkeit und Notwendigkeit der Freistaaten in ganz Europa. Insonderheit waren es die sogenannten Gebildeten des Volkes, welche seit dem Ausarten der französischen Demokratie an dem Segen unbeschränkter Freiheit und Volkshoheit völlig verzweifelten. Überall, all ‘überall eiferten nun diejenigen, welche Anfangs die wärmsten Verteidiger der Freiheit waren, mit Leidenschaft für aristokratische Institutionen, gemischt mit trügerischen Garantien für Volksrechte — also für einen Zustand der Halbheit, und, vernünftig betrachtet, immer des Widersinnes. So verfuhren die berühmtesten und höchstgepriesenen Freunde und Sänger der Freiheit; in England Burke, in Deutschland Klopstock, Göthe, Wieland und, im Widerspruche mit seiner bessern Natur und seinen eigenen Sentenzen, sogar Schiller. Weiterlesen
Nur der erleuchtete, menschenfreundliche und himmelanstrebende Herder, und der Zenit des Geisterreichs, Jean Paul Friedrich Richter, hielten sich auch hier freier und edler. Ersterer lehrte kühn, dass „Freiheit" und „Gleichheit" den jetzigen Geschlechtern noch unentbehrlicher sei als der vorigen Generation, dass sie jedoch solche weise gebrauchen und nicht unverständig missbrauchen sollten; und Richter belebte das ermattete Herz der Menschen mit seinem unerschütterlichen Glauben an die Nützlichkeit und Notwendigkeit der Republik und mit seiner gemütlichen Schilderung des der Menschheit bevorstehenden goldnen Zeitalters. Beide verklärte Seher ließen sich auch nicht durch die Vogelscheuche der Anarchie und der Revolution einschüchtern. Mit hoher Begeisterung sang vielmehr Herder: „Goldne Kette der Bildung, die du die Erde umschlingst, und durch alle Individuen bis zum Thron der Vorsehung reichst, seitdem ich dich ersah und in deinen schönsten Gliedern verfolgte, ist mir die Geschichte nicht mehr, was sie mir schien, ein Gräuel der Verwüstung auf einer heiligen Erde. Nur unter Stürmen konnte die edle Pflanze der Humanität erwachsen, nur durch Entgegenstreben gegen falsche Anmaßungen musste die süße Mühe der Menschen Siegerin werden; ja oft schien sie unter ihrer reinen Arbeit gar zu erliegen. Aber sie erlag nicht. Das Samenkorn aus der Asche des Guten ging in der Zukunft desto schöner hervor, und mit Blut befeuchtet stieg es meistens zur unverwelklichen Krone. Das Maschinenwerk der Revolutionen irrt mich also nicht mehr: es ist unserm Geschlecht so nötig, wie dem Strom seine Wogen, damit er nicht ein stehender Sumpf werde. Immer verjüngt in seinen Gestalten blüht, der Genius der Humanität auf und ziehet palingenetisch in Völkern, Generationen und Geschlechtern weiter.“ Trotz dieser tiefen überzeugenden Gründe folgten indessen die ängstlichen Gemüter, die schwächern oder irre geleiteten Geister oder solche, die sich keine Mühe geben wollen, der Sache auf den Grund zu schauen, dennoch der entgegengesetzten Lehre und verwickelten sich dadurch tief in die Netze des Vorurteils. Zugleich benützte die aristokratische Selbstsucht das Ausarten der französischen Volksherrschaft, um der Wirkung falsche Ursachen unterzuschieben, die Völker zu verwirren und zu verblenden, und dadurch der heillosen Verleumdung Glauben zu verschaffen, dass jeder Freistaat von Anarchie, Plünderung, Mord, Raub und Brand unzertrennlich sei. Jean Paul Friedrich Richter setzte sich zwar einer solchen perfiden Taktik kraftvoll entgegen, indem er humoristisch lehrte: „Es ist ein alter Ministerkunstgriff oder Fehlgriff, das Geschrei, das Blut, die Wehen bei einer politischen Geburt für die sichersten Zeichen auszugeben, was nun vollends von dem Wechselkinde zu erwarten sei, wenn es aufgeschossen herumgehe — als ob bei dem Kaiserschnitt nicht eben so viele harte Bewegungen vorfielen, welche doch in die friedlichen der Wiege übergehen." — Allein ungeachtet dieser großen Wahrheiten war der in Rede stehende grobe Betrug aristokratischer Selbstsucht bei leicht gläubigen Thoren doch nicht ohne nachtheilige Wirkung für die Sache der Vernunft, und so hat sich denn in den Köpfen vieler, ja vielleicht der meisten sogenannten gebildeten Menschen die Meinung festgesetzt, dass der Freistaat der Sache der Zivilisation nicht förderlich, oder dass solcher wenigstens nicht haltbar sei. Dazu kam aber bald das noch größere und schädlichere Vorurteil, dass der Kulturgang der Völker überhaupt ein in sich abgeschlossener Kreis-lauf sei von Rohheit zur Bildung, von Kultur wieder zur Barbarei, und von dieser wieder zurück zu jener u. s. w.; dass also, vermöge eines unabänderlichen Naturgesetzes, jedes Volk, jeder Staat, jedes Staatensystem nur bis zu einer gewissen Höhe von Kultur und Zivilisation gelangen, dann aber wieder in rohere Zustände zurückfallen oder ganz untergehen müsse. „Was ist“ sagt Johann von Müller, „ermüdender, niederschlagender, als das Schauspiel der Menschenwelt! Zwischen zwei undurchdringlichen Finsternissen ein halb verlornes, arbeitsvolles, oder ödes, „schnell vorüber fliegendes Leben, wenig lohnend, selten befriedigend, oft von trügerischer, kalter, harter Tyrannei hohngeneckt, und, wenn es recht wohltätig war, ohne andere Aussicht, als auf irgend eine nahe revolutionäre Zerstörung des edelsten Wirkens — das ist der mühseligen Sterblichen Loos! Jedes Land, Volk, Staatensystem hat seine Zeit von Glanz und Glück, jeder Flor, jede Macht und Ordnung der Dinge ihre unabwendbare letzte Stunde, als dann, alsdann schlägt diese, wenn ein vom hohen Vaterlandsgefühl durch Eigennutz zur Selbstvergessenheit versunkenes, sich selbst überlebendes Volk die Fackel eigenen Lichts in der trägen, entnervten Hand nicht mehr empor zu halten vermag!"
Welche Lehre soll nun aber der unbefangene nur nach dem Guten, nach der Wahrheit und nach der Wohlfahrt der Völker strebende Menschenfreund heut zu Tage aus diesem Chaos der Meinungen und Warnungs=Exempeln der Geschichte für sich entnehmen? Soll er und mit ihm die Völker an der Verwirklichung der Ideale der Menschenbrust verzweifeln, sollen sie den Glauben an die Möglichkeit und praktische Anwendbarkeit einer blühenden glücklichen unvergänglichen Volksfreiheit — Republik — endlich aufgeben? Sollen sie allen Versuchen zur Ausführung solcher Zustände mit schwerem Herzen für immer Abschied sagen? Wäre es wirklich so, dass der Kulturgang der Völker nur ein in sich abgeschlossener Kreislauf sei von Rohheit zur Bildung, von Kultur wieder zur Barbarei und von dieser wieder zurück zu jener?
Nimmermehr! Nimmermehr!
Welch' trostloser nicht zu fassender Gedanke, dass ein absolut=begrenzter Kulminationspunkt der Bildung ewiges Naturgesetz für die Kulturgeschichte aller Länder sei!
Welch' furchtbarer, erschütternder Gedanke, dass alle die bewunderungswürdigen Schöpfungen der Kunst und der Wissenschaften nur dazu da seien, um wieder, so der Zufall sie nicht rettet, in Nacht und Graus zu vermodern, dass die gequälte, gehetzte Menschheit mit Schweiß und Blut nur darum zu einem Gipfel emporglimme, um wie der hinabgestürzt zu werden! Welch' verzweiflungsvoller, zerschmetternder Gedanke endlich, dass das ganze menschliche Leben — — zwecklos sei!
Nein, solcher Glaube ist zu entsetzlich, um Wahrheit haben zu können. Er ist ein Irrtum, er muss Irrtum sein! Wäre freilich die Meinung richtig, dass ein organisch in sich vollendeter, ewig blühender, unzerstörbarer Freistaat und ein Freistaaten-Bund der Weltteile unmöglich sei, dann hätte der vernichtende Gedanke eines ewigen Kreislaufes des Kulturganges freilich Realität, weil die Verwirklichung der höhern Zwecke des menschlichen Lebens durch eine solche Organisation der Völker und Weltteile schlechthin bedingt ist. Doch sie hat eben so wenig Wahrheit, diese Meinung, sie ist ebenfalls grobe Täuschung.
Dafür bürgt uns zuvörderst ein tiefes heiliges Gefühl unseres innersten Gemütes. Solche Gefühle sind in der Kulturgeschichte der Menschheit die Vorläufer der Ideen, und bis diese in voller Klarheit und überzeugender Kraft gefunden sind, der Schutzgeist der Menschen gegen die Verirrungen ihres Verstandes. Was auch noch großes und wohltätiges für das menschliche Geschlecht entdeckt, erfunden oder geschaffen wurde, fand seinen ersten Ursprung immer in einem Gefühl von besonderer Tiefe und Intensivität, das von irgend einem Mangel oder unvollkommnen und widerlichen Verhältnisse empfindlich angeregt, und zur Sehnsucht nach dem bessern, edlern und nützlichern Zustande heftig hingerissen wird. Sträuben sich insbesondere solche Gefühle gegen gewisse Verstandes=Abstraktionen und Lehrsätze, die man dem Menschen als vorgebliche Resultate der Erfahrung aufdringen will, mit besonderer Hartnäckigkeit, schaudern sie vor den logischen Folgen solcher Lehrsätze zurück, so kann man mit Bestimmtheit darauf rechnen, dass letztere falsch sind und dass man bei steigender Kultur später auch den Grund einsehen werde, warum sie falsch sind. Nun wirkt aber auf die tiefsten heiligsten Gefühle der bessern Menschen nichts krampfhafter und vernichtender als die Lehre, dass ein vernünftig organisierter Freistaat nicht möglich oder nicht von Dauer sein könne.
Sei man daher versichert, dass eine solche Lehre die gröbste Täuschung sei, sei man gewiss, dass man bei ernstlicher Forschung auch auf dem Wege der Ideen zu derselben Überzeugung gelangen werde. Noch liegt auf dieser Lebensfrage jeder höhern Kultur viel Nacht und Nebel, allein ernstliche männliche Forschung verscheucht die Nebel und findet das erleuchtende Sonnenauge der Wahrheit. „Der blinde Orion", sagt Jean Paul Richter, „wird nach „dem Ausspruche des Orakels sehend, geht er nur unaufhörlich der Sonne entgegen. Suchet nur ewig die Sonne und ihr findet das Auge ihr Forscher." Und deine Sonne, geblendetes Menschengeschlecht, sind die tiefen Gefühle und die verklärten Ideale deiner selig bewegten Brust! Die Stimme deines Innern, gedrückter Mensch, die dich vorwärts treibt zur Gründung des Reiches der ungetrübten Freiheit, die Sehnsucht nach Zuständen, deren Gedanke schon deine Seele mit überirdischem Entzücken erfüllt, die Verklärung, welche das Streben nach diesen Zuständen über dein Gemüt ergießt, sind die Sonne des Orion. Folge diesen bedeutungsvollen Trieben; sie täuschen nie, sie sind der edlere Theil deines Selbst, — nur dein gröberer Theil will dich von deinen wohlgegründeten gerechten Idealen zurückhalten. Mag die Geschichte dir immerhin tausend und abermals tausend Fehlschlage vor Augen stellen; sie beweisen nur Irrtümer deiner Vorgänger in der Wahl der Mittel, sie sollen dich nur bestimmen in deinen Versuchen umsichtiger und weiser zu verfahren. allein sie sollen, sie dürfen dich nie kleinmütig machen, sei dürfen dich nie von neuem Streben nach der Schöpfung deines Himmels abhalten! Wer wäre wahnsinnig genug die Ewigkeit nach dem Maßstabe einer kurzen Spanne von einigen tausend Jahren zu messen, und, ist denn die ganze Zukunft des Menschengeschlechts nicht die Ewigkeit? Darum vorwärts Orion des Menschengeschlechts.
In den Zeiten der Taten muss man den Geist und den Gang der Bewegung scharf erkennen und feststellen, den Punkt, der alles beherrscht, bestimmt erfassen; er heißt: es handelt sich nicht mehr darum, ob eine freie großartige Reichsverfassung, im konstitutionellen Sinne, nicht besser sei, als eine Republik, sondern darum, dass keine menschliche Macht im Stande ist, die Republik in Deutschland auf zuhalten, und wäre die letztere auch zehntausendmal schlechter, als eine edle konstitutionelle Verfassung.
Ich gestehe, dass ich eine Reichskonstitution Deutschlands, wie ich sie in der neuesten Geschichte vorgeschlagen, der Republik bei weitem vorgezogen hätte: sie würde ungleich mehr Würde, Anmut und Fruchtbarkeit entwickelt haben, sie würde der Wissenschaft und der Bildung förderlicher gewesen sein, das Volk glücklicher gemacht haben. Doch sie war nur auf dem Wege der Reform möglich, durch den Eintritt der Staatsumwälzung wurde sie tot, tot wie alle ähnliche vorgeschlagenen Verfassungen, wie namentlich jene, welche die Volksversammlung in Frankfurt am 30. März beantragen oder versuchen wird. Weiterlesen
Das oberste Gesetz der Revolutionen ist jenes, dass sie wenigstens vorübergehend unaufhaltsam zur Republik führen. Fuhren sie nicht dazu, so sind sie keine Revolutionen, sondern Reformbewegungen. Demnach stellt sich die alles entscheidende Frage dahin fest: befinden wir uns im Zustand der Staatsumwälzung oder in jenem der Reformbewegung? Wer das erstere leugnen und das andere glauben will, wird sich einem gefährlichen Irrtum ergeben: ich habe soeben einen Umkreis von 270 Stunden in Deutschland zu Pferde durchreist, ich habe, unerkannt und unbemerkt, nicht gesprochen, sondern gehört, beobachtet, geforscht: wir befinden uns vollständig im Zustande der Staatsumwälzung!
Reformen können die Fürsten mit Hülfe der freisinnigen gemäßigten Männer des Fortschrittes leiten, Revolutionen hingegen nicht, letztere führt der Weltgeist unmittelbar und wenigstens vorübergehend leitet er sie stets zur Republik. Dass dem nach den tiefsten Gesetzen des Lebens so sei, dass somit keine menschliche Macht, nicht der innigste Verein, selbst nicht die Hingebung aller gemäßigten freisinnigen Männer in Deutschland die Republik zu verhindern vermögen, dafür sprechen tausend unwiderlegliche Gründe der Geschichte, der Erfahrung und der Staatsweisheit; es sprechen dafür ganz überwältigende Gründe und zwar in solchen Massen, dass man Bogen damit füllen könnte; indessen die Zeit der Taten gebietet, wie gesagt, Kürze und wir wollen darum von den Hauptgründen nur einen anführen.
Es ist ein einfaches Naturgesetz, dass Niemand sein angebornes Wesen, seinen innersten Character, wie dieser in Folge der Anlagen und Lebensstellung sich bildet, über Nacht plötzlich und gänzlich um wandeln kann. Nun sind die deutschen Fürsten durch eine tausendjährige Geschichte an den Gedanken ihrer Macht gewöhnt, von ihrer Kindheit an als rechtmäßige Besitzer solcher Macht erzogen und gebildet worden: die fürstliche Gewalt trägt aber einen Reiz in sich, welchen sich außer den Inhabern derselben nur wenige Menschen in seinem ganzen gewaltigen, ungeheuern Umfang vorstellen können: jede Fiber, jedes Seelenvermögen der Fürsten klammert sich krampfhaft an diese süße, geliebte Gewalt an: dieselbe verkümmert und beschränkt zu sehen, ist ein bitteres, ach ein zu bitteres Gefühl: kein Fürst vom alten legitimen Stamme versteht sich daher gerne zu ernsten Bewilligungen zu Gunsten der Volksfreiheit: nur der Drang der Umstände, die Gewalt des Augenblicks nötigt solche Zugeständnisse ab: allein stets werden sie von jenen Herrschern mit bekümmertem Herzen gewährt. Eifrig hegen und nähren darum die Fürsten die Hoffnung besserer Zeiten, also Aufhebung oder Beschränkung der Zugeständnisse, in den geheimsten Falten der Brust. Diese Stimmung der Herrscher vom alten legitimen Stamme, welche aus dem Wesen ihres Charakters unaufhaltsam hervorströmt, drängt sie in den Zeiten der Umwälzung zu geheimen Verabredungen oder Einverständnissen mit auswärtigen unumschränkten Monarchen: öffentlich beteuern sie, dass alle ihre gemachten Zugeständnisse aufrichtig gemeint seien, und gewissenhaft erfüllt werden sollen; doch heimlich geloben sie sich die Zurücknahme oder Beschränkung bei der ersten günstigen Gelegenheit.
[…]
Kurz, der Volksinstinkt wird im Fortgang der Umwälzung den Massen die Überzeugung aufdringen, dass die Zugeständnisse vieler Fürsten nur Blendwerk seien, hinter dem sich wesentlich andere Ab sichten verstecken. Wenn diese Überzeugung auch auf einem Irrtum beruhen sollte, so bleiben sich die Folgen dennoch gleich: die Massen werden selbst den Irrtum für Wahrheit halten, keine menschliche Macht wird im Stande sein, jene tief wurzelnde Meinung dem Volke zu nehmen.
Wer gerecht sein will, kann der Nation dieses Misstrauen nicht verargen. Wie sind die Fürsten seit dem Befreiungskriege mit dem Volke umgegangen, mit welcher vorbedachten Kaltblütigkeit wurden die heiligsten Zusicherungen gebrochen, mit welcher halsstarrigen Hartnäckigkeit wurde dieses System 33 Jahre, trotz der wohlwollen den Vorstellungen aller Menschenfreunde, trotz der Warnungen aller gemäßigten Männer, fortgesetzt?
Nein, das deutsche Volk glaubt von Stunde an bloßen Worten nicht mehr, es verlangt die Tat und zwar augenblicklich die Tat: es ist fortan wachsam, und es hat vollkommen Recht, auf seiner Hut zu sein.
Dieses natürliche und in dem Gang unserer Geschichte so tief begründete Misstrauen des Volkes gegen die Fürsten wird im Laufe der Umwälzung immer stärker werden. Ich bin auf meiner Reise jetzt schon über den tiefen Unglauben der Massen gegen fürstliche Erklärungen erstaunt: man glaubt ihnen nicht mehr, selbst wenn Männer des Volkes als Zeugen für die Wahrheit auftreten: alles das wird noch tiefer greifen, wenn die Ereignisse weiter gehen. Die Folge davon ist, dass die Nation der deutschen Reichs= oder Zentralgewalt, die sich zu bilden beginnt unter der Autorität der Fürsten, niemals die Gewalt einräumen wird, welche zur Leitung der gewaltigen Krisis erforderlich wäre. Es ist das ein allgemeines, gleichförmiges und unabwendbares Gesetz jeder Staatsumwälzung. Unter der Autorität der Fürsten wird sohin das Volk die bevorstehende Zentralgewalt von Deutschland nie anders zulassen, als in verhältnismäßiger Schwäche und solche schwache Regierungen führen in Revolutionszeiten unfehlbar zur Republik. In diesem einfachen Verhältnisse liegt das ganze Geheimnis der Krisis.
Wie schon die wenigen Wochen unserer Staatsumwälzung bewiesen, schreiten in solchen Zeiten die Ereignisse mit der Eile des Sturmes voran. Bald werden die freisinnigen Männer, welche bis jetzt für entschiedene Reformer, selbst für Radikale galten, als zu gemäßigt erscheinen, in der Volksgunst sinken, binnen wenigen Monaten sie verloren haben. Der richtige gesunde Sinn des Volkes wendet dessen Zuneigung in Revolutionszeiten stets den Männern der entschlossenen Tatkraft zu: solche Männer sind jedoch vorzugsweise die Republikaner. Es ist wahr, dass gegenwärtig die letztern bei der unermesslichen Mehrheit der Nation nicht beliebt sind: wenn man jetzt in ganz Deutschland ohne Anwendung von Terrorismus über Republik oder konstitutionelle Reichsverfassung abstimmen lassen wollte, so würden unter 100 wenigstens 90 gegen die Republik sich erklären: auch davon habe ich mich auf meiner Reise überzeugt; allein die Ereignisse gehen schnell, das Misstrauen wider die Fürsten wird die Massen selbst wider Willen zur Republik hindrängen, und Staatsfehler der Fürsten werden das Ereignis bald vollendet haben.
Deutsche Tribüne 1831/32.
Das Nationalfest der Deutschen zu Hambach, 2 Hefte, Neustadt an der Haardt 1832.
Die politische Reform Deutschlands. Noch ein dringendes Wort an die deutschen Volksfreunde, Strasburg 1832.
Das Recht des deutschen Volkes und die Beschlüsse des Frankfurter Bundestages vom 28. Juni 1832.
Fragmente zur Culturgeschichte, 2 Teile, Kaiserslautern 1835/36.
Die politisch-reformatorische Richtung der Deutschen im XVI. und XIX. Jahrhundert. Ein
Beitrag zur Zeitgeschichte, Belle-Vue 1841.
Die Geschichte der Deutschen , 4 Bde., Emmishofen 1842-1845.
Denkwürdigkeiten aus meinem Leben, Bd. 1, Emmishofen 1844.
Ein Wort an die deutsche Nation, Karlsruhe 1848.
Axel Hermann, Johann Georg August Wirth. Ein politisches Leben zwischen Restauration und Revolution, Regensburg 2022.
Axel Hermann u. Arnd Kluge (Hrsg.), Johann Georg August Wirth (1798-1848). Ein Revolutionär aus Hof, Hof 1999.
Elisabeth Hüls, Johann Georg August Wirth (1798-1848), ein politisches Leben im Vormärz, Düsseldorf 2004.
Michail Krausnick, Johann Georg August Wirth. Vorkämpfer für Einheit, Recht und Freiheit, Weinheim 1997.
Armin Schlechter (Hrsg.), Kämpfer für Freiheit und Demokratie Johann Georg August Wirth, Neustadt an der Weinstraße 2010.
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